Absatzbilanz
Fidelity verliert massiv Fondsvermögen

Der Börseneinbruch trifft die Fondsanbieter hart. Vor allem Gesellschaften mit hoher Aktienquote leiden erheblich unter der Krise. Die Deutschland-Tochter von Fidelity, deren Fonds zu 85 Prozent in Aktien investieren, verlor im vergangenen Jahr fast die Hälfte ihres Fondsvermögens.

FRANKFURT.Ausländische Fondsgesellschaften mit starker Ausrichtung auf Aktien haben unter dem Börseneinbruch 2008 besonders stark gelitten. Aktuellstes Beispiel: Fidelity. Die Tochter des US-Fondsanbieters hat im vergangenen Krisenjahr fast die Hälfte ihres verwalteten Vermögens in Deutschland verloren. Wie die Gesellschaft gestern mitteilte, brach das deutsche Fondsvermögen "aufgrund der massiven Kursverluste an den Börsen" um 44 Prozent von 12,5 Mrd. auf knapp sieben Mrd. Euro ein. Das ist nach eigenen Angabe der größte Vermögensschwund Fidelitys in Deutschland überhaupt.

Die Absatzbilanz der Fonds retteten institutionelle Anleger. Zwar zogen Investoren laut Branchenverband BVI Investoren vor allem aus den für Privatanleger aufgelegten Publikumsfonds rund eine halbe Mrd. Euro ab. Netto blieb Fidelity aber ein Zufluss von 60 Mio. Euro.

Fidelity gehört zu den Fondsanbietern im Land, die am stärksten unter der Krise leiden. Im Durchschnitt verlor die Branche Vermögen um gut 14 Prozent. Den Grund für den eigenen massiven Vermögensverlust sieht man bei Fidelity in der starken Ausrichtung auf Aktien. "Unsere Aktienquote des Fondsvermögens in Deutschland beträgt gut 85 Prozent", sagt eine Sprecherin. Fondsexperten bestätigen dies. "Einige ausländische Fondshäuser haben aggressiver angelegt als Konkurrenten", sagt Andreas Köchling, Fondsanalyst bei Feri Euro Rating. Erstens managten Fidelity oder auch Franklin Templeton und Pioneer überwiegend Aktienkapital und hingen damit direkt an der Börsenentwicklung, bestätigt er. Zweitens würden die Häuser in ihren Fonds oft pointiertere Strategien fahren als Konkurrenten.

Auch der US-Anbieter Franklin Templeton meldete kürzlich eine massive Vermögensschmelze in Deutschland. Das verwaltete Fondsvermögen sank demnach um knapp die Hälfte auf acht Mrd. Euro. 1,3 Mrd. Euro zogen Anleger ab, den großen Rest verloren die Templeton-Fondsmanager an der Börse. Pioneer berichtet ebenfalls über ein um 38 Prozent auf 20,17 Mrd. Euro eingebrochenes Vermögen. Kursverluste trugen dazu zu knapp zwei Dritteln bei. In den US-Mutterkonzernen Fidelitys und Templetons schlug sich das Krisenjahr weniger dramatisch nieder, weil die Konzerne weltweit breiter aufgestellt sind als in Deutschland. Fidelity büßte weltweit ein Viertel seines verwalteten Vermögens auf 1,2 Bill. US-Dollar ein. Bei Franklin Templeton sackte das Fondsvermögen um rund ein Drittel auf 416 Mrd. Dollar.

Nach dem Ausnahmejahr 2008 zeigt sich Fidelity-Deutschland-Chef Christian Wrede wieder zuversichtlich: "Wir sind gut in das Jahr gestartet", sagt er mit Blick auf frisches Anlegerkapital von 315 Mio. Euro.

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