Absatzeinbruch
Geschlossene Fonds reden Krise weg

Die Zurückhaltung von Investoren im Zuge der Finanzkrise trifft die Anbieter geschlossener Fonds massiv. Das Platzierungsvolumen bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Zudem sperren sich die Banken bei der Finanzierung neuer Fondsprojekte. Doch die Branche macht auf Optimismus und sieht sich mittelfristig als Gewinner der Krise.

DÜSSELDORF.Wunsch und Wirklichkeit passen bei den Anbietern geschlossener Fonds noch nicht zusammen. Emittenten und Vermittler von Beteiligungen sind fest davon überzeugt, dass sie als Anbieter von Sachwertanlagen mittelfristig von der Finanzkrise profitieren werden, ergab eine Umfrage des Analyseinstituts Feri Euro-Rating.

Gleichzeitig erwarten zurzeit rund drei Viertel der befragten 58 Initiatoren und 35 Vertriebe, dass die Finanzkrise sich negativ auf Private-Equity- und US-Immobilienfonds auswirkt. Ähnlich skeptisch wird der Absatz von Schiffsbeteiligungen und Anteilen an gebrauchten Lebensversicherungen eingeschätzt. Am ehesten glauben die Beteiligten, und zwar zu gut 40 Prozent, an einen positiven Einfluss bei Waldfonds.

In den ersten drei Quartalen haben Fondsanbieter Absatzeinbrüche von bis zu 50 Prozent erlebt. Statt eines erwarteten Platzierungsvolumens von mehr als 13 Mrd. Euro in diesem Jahr erwartet die Branche nun nicht mehr als 9,5 Mrd. Euro. Nach der Garantie der Bundesregierung für Spareinlagen Anfang Oktober brach das Neugeschäft ab.

Dennoch berichtete Oliver Porr, gestern neu gewählter Vorstandsvorsitzender des VGF Verband Geschlossene Fonds, von optimistischer Stimmung auf der Mitgliederversammlung. "Die Aufgabe für das Jahr 2009 laute, einfache, leicht verständliche Produkte zu kreieren, sagte Porr, der auch Geschäftsführer des Anbieters LHI ist.

Allerdings hat die Branche nicht nur Probleme mit dem Anteilsverkauf. Banken seien kaum bereit, Fondsobjekte vorzufinanzieren bis die Gelder der Anleger eingeworben seien, vergäben Kredite zögerlicher und verlangten höhere Risikoaufschläge, zählte Joachim Seeler, Geschäftsführer von Hamburg Trust kürzlich in einem Vortrag auf, woran es hakt. Sein Fazit: "Das Jahr 2009 bleibt schwierig."

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