Absicherung wichtig
In Übersee lauern Devisenrisiken

Kann derselbe Fonds zwei völlig gegenläufigen Wertentwicklungen erzielen? Ja, das ist möglich. Unterschiedliche Währungskonzepte sind die grundsätzliche Ursache dafür. Der schwache Dollar ist der aktuelle Hintergrund.

HB DÜSSELDORF. Alle international anlegenden Fonds sind von solchen Entwicklungen betroffen; ganz gleich, ob sie in Anleihen, Aktien oder in Immobilien anlegen. Mit einem Wertzuwachs von 4,5 Prozent in den ersten neun Monaten dieses Jahres zählt der DWS Dollarrenta zu den führenden deutschen Fonds, die in internationalen Anleihen anlegen. Dieser Fonds steht jedoch für den gleichen Anlagezeitraum auch mit einem Wertverlust von 3,1 Prozent in der Leistungsliste des Bundesverband Investment und Asset-Management (BVI). Die Fondswährung macht den Unterschied: Einmal kostet der Anteil 120 Dollar, zum Anderen kostet er 68 Euro. Umgerechnet zum aktuellen Währungskurs sind 120 Dollar freilich 84 Euro. Es muss folglich noch andere Gründe für die ungünstigere Entwicklung der Euro-Variante dieses und vieler anderer Fonds geben.

Der Fonds Dollarrenta sichert seine Anlagen in amerikanischen, kanadischen sowie in australischen und neuseeländischen Anleihen "flexibel gegen den US-Dollar ab", so steht es im Anlageprofil. Die Absicherung kostet Geld und dementsprechend auch Wertentwicklung. Hinzu kommen die "normalen" Schwankungen der Anleihenkurse. Weil die Zinsen in den USA im laufenden Jahr steigen, sind die Kurse von Anleihen gesunken. Der Dollar steht im Herbst 2007 um 13 Prozent tiefer als zu Jahresbeginn. Wenn die Euro-Variante eines Dollar-Fonds vor diesem Hintergrund "nur" um 3,1 Prozent gesunken ist, hat der Fonds zwar die grundsätzlichen Erwartungen der Anleger hinsichtlich der Verzinsung nicht erfüllt. Das Ergebnis ist dennoch nur in soweit zu kritisieren, als die volle Währungssicherung offenbar nicht gelungen ist - anders als in den Anlagegrundsätzen beschrieben.

Ähnliche Entwicklungen sind bei Aktienfonds festzustellen: Der Pioneer Aktien USA-Fonds weist für seine Stamm-Variante in Dollar eine Wertsteigerung von 7,7 Prozent für neun Monate 2007 aus. Die daraus abgeleitete Euro-Ausgabe der Anteile steht gleichzeitig mit einem Minus von 0,2 Prozent in der Rennliste des BVI. US-Aktienindizes sind in der gleichen Zeitspanne um etwa zehn Prozent gestiegen. Einen Teil der Währungsverluste von 13 Prozent konnten die Fonds-Manager also wettmachen, obwohl der Fonds keine besondere Absicherungsstrategie gegen Währungsschwankungen verfolgt.

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