Absicherungsstrategie wirft BG-Fonds zurück
Dachfonds-Manager meiden Rentenmärkte

Das Jahr 2002 dürfte bei Ulrich Harmssen unangenehme Errinerungen hervorrufen, markiert es doch für den bis dahin erfolgreichen TC Fonds Select Systematic einen Wendepunkt.

HAMBURG. „Bis März 2003 lag die Mindest-Aktienquote bei 60 Prozent, was sich im damals schwierigen Börsenumfeld als Nachteil erwiesen hat“, erläutert der Worpsweder Fondsberater, der die Aktienquote seitdem flexibel an die Marktgegebenheiten anpassen kann. Erfreulicher lief es 2002 dagegen für den von Liechtenstein aus agierenden Vermögensverwalter Greisinger, der die Baisse mit seinen Dachfonds der BG Umbrella-Reihe glänzend überstand.

Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet: So liegt der bei Merck Finck aufgelegte TC Fonds Select Systematic im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von Feri Rating & Research mit einem Wertzuwachs von 34,23 Prozent auf Platz zwei von 133 Fonds der Kategorie „Dachfonds flexibel“, während die Greisinger-Fonds Stable Value, Global Classic und Global Balance mit einem Wertzuwachs zwischen 0,26 und 6,40 Prozent abgeschlagen sind (siehe Tabelle).

Harmssen führt das gute Ergebnis seines Fonds auf den quantitativen Ansatz zurück: „Kauf- und Verkaufsentscheidungen aus dem Bauch heraus gibt es bei uns nicht. Wir konzentrieren uns ausschließlich auf die Vorgaben unseres Trendfolgemodells, das die Signale zum Kaufen oder Verkaufen vorgibt“, so der Fondsberater. 2005 hätten vor allem die Engagements in den Bereichen Rohstoffe, Energie und Edelmetalle sowie in den Schwellenländern und Japan zu der positiven Wertentwicklung beigetragen, erläutert Harmssen, der für diese Märkte auch 2006 gute Perspektiven sieht. Auch die mit aktuell 94 Prozent hohe Gewichtung von Aktienfonds will er angesichts der Flaute an den Rentenmärkten vorerst beibehalten. Von Rentenpapieren hält auch Greisinger momentan nicht viel. Er bevorzugt Aktienfonds und sichert die Investments zum Großteil über Termingeschäfte ab, um das Risiko gering zu halten. Diese Strategie kommt besonders beim Stable Value und dem Global Classic zum Tragen, die Greisinger als Alternative zu geldmarktnahen Fonds beziehungsweise Rentenfonds sieht. Entsprechend niedrig will er das Risiko halten. Für Detlef Glow, Leiter des Fonds-Researchs bei der Ratingagentur Lipper, ist das jedoch ein Kritikpunkt: „In den Portfolios der Greisinger-Fonds geht es um die Vermeidung herber Rückschläge, dabei scheint der Ertrag eher in den Hintergrund gerutscht zu sein.“ Auch den TC Select Systematic beurteilt Glow kritisch: „Die Kostenbelastung ist überdurchschnittlich hoch, ebenso das Risikoprofil.“

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