Absolute Rendite steht bei Hedge-Fonds im Mittelpunkt des Interesses – Jedes Produkt muss für sich beurteilt werden

Stabiler Index nicht in Sicht

Hedge-Fonds lassen sich nicht mit den für Aktienfonds üblichen Indikatoren Messen. Im Gegensatz zu Aktienfonds-Managern veruschen Hedge-Fonds-Manager immer ein positives Ergebnis zu erzielen, egal wie stark oder schwach die Börse gerade ist.
  • Kevin Ferro*

HB DÜSSELDORF. Die in den vergangenen Monaten gestiegene Popularität von Hedge- Fonds hat Fragen aufgeworfen bezüglich der Performance-Messung. Dies fragen vor allem diejenigen in der Fondsbranche, die an die Benchmarking-Methode der relativen Performance gewöhnt sind. Anders als bei Aktienfonds und Anleihenfonds ist bei Hedge-Fonds oder Dach-Hedge-Fonds das Benchmarking anhand von Anlageklassen ein weniger effektives Instrument, um die Performance zu messen. Hierfür gibt es mehrere Gründe.

Der wichtigste Grund ist, dass die meisten Hedge-Fonds nicht nur versuchen, sich an bestimmten Märkten oder Indizes zu messen oder diese zu überbieten. Hedge- Fonds-Manager verwalten ihre Portfolios nicht, um beispielsweise nur sechs Prozent Verlust einzufahren, wenn der Markt um zehn Prozent einknickt. Vielmehr versuchen Hedge-Fonds-Manager, immer ein positives Resultat zu erzielen, egal wie der Markt sich entwickelt. Dieser Ansatz der absoluten Rendite bildet den zentralen Unterschied von Hedge-Fonds zu Investmentfonds und ist der Hauptgrund dafür, dass traditionelles Benchmarking für Hedge-Fonds weniger relevant ist.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Schwierigkeit, einen stabilen Hedge-Fonds-Index, der als echte Benchmark genutzt werden kann, zu kreieren. In der Tat gibt es eine Hand voll von Datenbankanbietern, die so genannte Hedge-Fonds-Indizes anbieten. Doch sollte man sehr vorsichtig sein, den Ergebnissen, die diese Indizes auswerfen, bestimmte Bedeutungen beizumessen. Zunächst setzen sich diese Hedge-Fonds-Indizes üblicherweise aus hunderten, wenn nicht gar aus tausenden einzelnen Hedge- Fonds zusammen. Bedenkt man jedoch, dass Hedge-Fonds in der Regel hohe Mindestanlagevolumina zwischen 1 Mill. bis 10 Mill. US-Dollar haben und dass einige Fonds in diesen Indizes entweder bereits geschlossen wurden oder kein neues Kapital mehr aufnehmen, so erscheint die Konstruktion eines „investierbaren Index“ mit tausenden von Hedge-Fonds wirtschaftlich gesehen nicht sehr realistisch. Zudem kann ein Index mit Tausenden von Fonds das Rendite-Risiko-Profil verzerren, indem die Volatilität der Renditen abgeschwächt wird.

Hedge-Fonds-Indizes bergen aber noch mehr Probleme. So erfolgt die Performance-Berichterstattung seitens der Hedge-Fonds an den Index auf freiwilliger Basis. Mit dem Ergebnis, dass einige Hedge- Fonds erst dann berichten, wenn sie eine positive Entwicklung aufweisen. Während andere Fonds aufhören Bericht zu erstatten, sobald sich die Performance verschlechtert.

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