Absolute-Return-Strategien sind keine Modeerscheinung
Hoch gesteckte Anlageziele sind mit Derivaten leichter zu erreichen

Derzeit dominiert ein Begriff die Branche der Asset Manager: Absolute Return. Die Definitionen dieses Ansatzes sind so unterschiedlich wie die Urteile darüber. Sie reichen von „innovativ“ bis hin zu „Marketingkonstrukt“. Sind solche Ansätze nur eine Modeerscheinung oder eine sinnvolle Alternative für Anleger? Lassen sich absolute Ertragsziele zuverlässig mit Derivaten erreichen? Der Begriff „Absolute Return" umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Strategien, die durch drei Gemeinsamkeiten verbunden sind.

FRANKFURT. Zum ersten verfolgen alle das Ziel, in einem definierten Investitionszeitraum eine positive Rendite zu erwirtschaften. Zweitens werden Anlagekonzepte eingesetzt, die eine klassische Erfolgsmessung gegen eine Benchmark (Index) nicht zulassen. Drittens besteht das Basisinvestment der Strategien aus klassischen Instrumenten der Aktien- und Rentenmärkte oder Derivaten, die wirtschaftlich diese Aktien- oder Rentenmärkte abbilden.

Bei Derivaten wird oft an einen rein spekulativen Einsatz gedacht - beispielsweise durch den Kauf einer Call-Option auf eine einzelne Aktie oder einen Index. Diese Möglichkeit wird aber auch in vielen Garantiefonds umgesetzt, in denen riskante Anlageformen - Aktien oder Derivate - mit einem auf die Laufzeit der Strategie ausgerichteten sicheren Renteninvestment gemischt werden. Diese Rentenanlage wird so bemessen, dass zusammen mit den anfallenden Erträgen der Garantiebetrag zum Laufzeitende erreicht wird, selbst wenn die riskanten Anlagen vollkommen wertlos werden. Der Nachteil dieser Konstruktion liegt darin, dass die mögliche Aktienquote einer solchen Strategie im derzeitigen Niedrigzinsumfeld äußerst gering ist und damit die Partizipation bei steigenden Aktienmärkten sehr niedrig ausfällt.

Über diesen spekulativen Einsatz von Derivaten hinaus gehen Absolute Return-Strategien mit asymmetrischem Risikoprofil. Durch den Einsatz von Derivaten wird das bestehende Rendite-/Risikoprofil eines Portfolios dahingehend verändert, dass Ertragschancen weitgehend erhalten bleiben und gleichzeitig Risikolimite des Investors eingehalten werden. In der Grundidee ähneln diese Strategien strukturierten Produkten. Allerdings kann die Portfoliokonstruktion im Zeitablauf flexibel angepasst werden, um hierdurch auf veränderte Marktgegebenheiten zu reagieren.

Mit Derivaten werden Chancen erhalten

Diese Investmentstrategie wurde z.B. vom Lupus alpha Structure Invest verfolgt. Der Fonds investiert in ein gemischtes Portfolio aus Aktien und Renten und beschränkt die Kursrisiken der Aktienanlage durch eine gekaufte Index-Put Option. Diese Put-Option wird durch den Verkauf einer Index-Call Option mit höherem Basispreis finanziert. In der Spanne zwischen Basispreis der Put-Option und Basispreis der Call- Option erzielt das Portfolio ein Ergebnis wie ein ungesichertes gemischtes Portfolio. Bei stärkeren Aktienkurssteigerungen ermöglichen die Gewinne innerhalb der Basisstruktur die Aktivierung eines „Value at risk“- gesteuerten Handelssystems, das die Beschränkungen der verkauften Call-Option nach und nach durch zusätzliche Investition in das riskante Asset aufhebt. Auf diese Weise partizipiert der Fonds an steigenden Aktienmärkten und vermeidet Verluste weitgehend bei fallenden Aktienmärkten.

Dieses Konzept weist eine gewisse Pfadabhängigkeit zu der Entwicklung an den Aktienmärkten auf. Aber auch ein weitgehend marktunabhängiger Ertragsverlauf lässt sich durch den Einsatz von Derivaten erzielen, wie mit anderen Fonds nachgewiesen wurde. Fonds, die diese oder ähnliche Strategien verfolgen, stehen Hedge Funds nahe, ohne jedoch Leerverkäufe oder Kreditfinanzierung im Portfolio zu betreiben.

Die beschriebenen Strategien decken nur einen kleinen Teil der Einsatzmöglichkeiten von Derivaten in der Vermögensverwaltung ab, lassen aber erkennen, welchen Nutzen sie bei sinnvoller Integration in ein Gesamtportfolio bieten können. Derivate sind demnach nicht nur für spekulative Anlagezwecke geeignet, sondern auch für die intelligente Absicherung eines Portfolios und das Erreichen absoluter Renditen.

Ulf Becker ist Senior Product Manager und Kay-Peter Tönnes ist Geschäftsführer von Lupus alpha Alternative Solutions in Frankfurt am Main

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