Activest bietet Finanzprofis in London Paroli – Übernahmekandidaten bleiben bei Europa-Fondsverwaltern gefragt
Der beste Nebenwerte-Fonds kommt aus München

Wer die Ergebnisse seines europäischen Nebenwerte-Fonds verbessern will, verlegt kurzerhand das Management von Deutschland nach Großbritannien – so haben es die Gesellschaften Cominvest und Invesco in den vergangenen Jahren erfolgreich vorgemacht. Doch es geht auch anders herum.

HB HAMBURG.Das zeigt das Beispiel Activest. Bis Ende 2002 ließ die Hypo-Vereinsbank-Tochter den Activest Europa Potenzial mit eher mäßigem Erfolg von Foreign & Colonial in London verwalten. Dann fiel die Entscheidung, ihn zurück nach München zu holen, und seither überzeugt der einstige Verlustbringer mit exzellenten Ergebnissen. Auf Sicht von zwölf Monaten belegt er unter 88 ähnlich ausgerichteten Fonds sogar Platz eins.

Der Erfolg ist eng verbunden mit dem Namen Christian Zimmermann. Der Activest-Manager richtete das ihm übertragene Portfolio mit Hilfe eines computerbasierten Modells neu aus und vertraut dabei auf eine ganze Reihe von Kennzahlen wie Dividendenrendite, Kurs-Gewinn-Verhältnis und Preismomentum. „Wenn ein vorab definierter Schlusskurs unterschritten wird, tauschen wir den jeweiligen Wert aus“, erläutert Zimmermann. Zu seinen Grundprinzipien gehört auch, dass er eine Aktie reduziert, wenn ihr Gewicht durch Kursgewinne auf über drei Prozent steigt.

Die kräftigen Kursgewinne seit 2003 begründet Zimmermann damit, dass die Aktien kleinerer europäischer Firmen lange mit einem erheblichen Abschlag gehandelt wurden. Zwar sei diese allgemeine Unterbewertung nahezu abgebaut. „Im Detail besteht sie aber weiter“, betont der Activest-Manager und sieht darin einen der Gründe für die steigenden Übernahmeaktivitäten: „Der Konzentrationsprozess in Europa hat erst begonnen und bietet noch viele Chancen.“ Wie sehr ein Übernahmeangebot den Kurs treiben könne, zeige das Beispiel des Schweizer Messtechnik-Spezialisten Leica Geosystems, dessen Kurs seit Juni mehr als 50 Prozent zulegte.

Auf Übernahmekandidaten hat sich auch die Luxemburger Axxion spezialisiert. Derzeit liegen ihre beiden Fonds Akrobat Europa und Akrobat Value aber abgeschlagen auf den Plätzen 84 und 85. Axxion-Geschäftsführer Thomas Amend begründet dies unter anderem damit, dass Axxion die Anteile der jeweiligen Firmen meist so lange hält, bis die letzten Altaktionäre großzügig abgefunden werden. „Das kann Jahre dauern, lohnt sich aber fast immer“, so Amend. Das zeige der Wertzuwachs des Akrobat Europa von mehr als 130 Prozent seit Auflage im Dezember 2001.

„Wegen ihres besonderen Ansatzes sind die beiden Axxion-Fonds mit herkömmlichen Nebenwerte-Fonds kaum zu vergleichen“, relativiert auch Andrea Schruff von der Weberbank die Ergebnisse. Eine interessante Depotbeimischung sind sie nach Ansicht der Berliner Fondsanalystin aber allemal: „Das Risiko ist relativ gering, die Korrelation zu europäischen Aktien ebenfalls.“

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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