Activest investiert in Aktien der EU-Beitrittskandidaten
Griffin-Fonds setzt weiter auf Russland

Spurlos ist die Verhaftung des Yukos-Chefs Michail Chodorkowski nicht an Jürgen Kirsch vorbeigegangen. Rund 4 % des Fondsvermögen haben Anleger unmittelbar nach der Festnahme aus dem von ihm verwalteten Griffin Eastern European Fund abgezogen.

HB FRANKFURT/M. Mit einem Zwölfmonats-Wertgewinn von 32,16 % liegt das Produkt der in London ansässigen Griffin Capital Management unter insgesamt 38 Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Osteuropa an siebter Stelle.

Dabei hält der Fondsmanager die heftige Reaktion insbesondere der russischen Investoren auf die Affäre, die Ende Oktober für einen Kurssturz an der Moskauer Börse gesorgt hatte, für deutlich überzogen. „Wir nutzten die Schwächephase als Kaufgelegenheit“, sagt Kirsch. Dabei hat er nicht nur seine untergewichtete Yukos-Position aufgestockt, sondern „sehr breit zugekauft“. Damit beläuft sich der Anteil russischer Titel am Portfolio nunmehr auf 48 %, während es vor der Affäre gerade einmal 37 % gewesen waren. Weitere 40 % entfallen auf Aktien aus den so genannten Konvergenzstaaten, also den Ländern, die im Mai kommenden Jahres der EU beitreten sollen.

Ganz anders hat sich der Russland-Anteil im Activest Lux Osteuropa C entwickelt, der mit einem Plus von 30,28 % auf Platz zehn liegt. Zwar glaubt auch Fondsmanager Marcin Fiejka, dass es sich bei der Verhaftung Chodorkowskis um einen politisch motivierten Einzelfall handelt. Trotzdem verringerte der Activest-Mann den Anteil russischer Aktien von fast 50 % im Juni auf derzeit knapp 41 %. Allerdings geht dabei nur ein geringer Teil des Rückganges auf das Konto der Yukos-Affäre. „Einerseits war es ab Oktober schwierig, interessante russische Werte zu finden, andererseits war mir in Russland nach dem Investment-Grade-Rating durch Moody's alles ein wenig zu schnell zu positiv gewesen“, sagt der Fondsmanager.

Trotz der bereits in sechs Monaten anstehenden Osterweiterung hält er die Wette auf sich weiter angleichende Bewertungsniveaus an den Aktienmärkten von EU-Kandidaten und Mitgliedstaaten der Gemeinschaft für noch immer Erfolg versprechend. Rund 37 % seiner Mittel hat Fiejka in Aktien aus den EU-Kandidaten investiert, weitere knapp 13 % stecken in türkischen Titeln.

„Bei der Konvergenzgeschichte ist vieles schon gelaufen“, meint hingegen Lars Kolbe, Leiter der Fondsanalyse beim Researchhaus Feri Trust. Deshalb sollte in einem Osteuropafonds seiner Ansicht nach ein ordentlicher „Schnaps Russland“ enthalten sein. Er sieht die Yukos-Affäre als Einzelfall. Sorgen macht sich Kolbe jedoch um die Liquiditätslage am russischen Aktienmarkt. „Mehr und mehr Unternehmen werden übernommen und verschwinden somit von der Börse. Das führt zu immer konzentrierteren Portfolios“, meint der Feri-Mann.

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