Activest sieht bei Osteuropa-Anleihen Potenzial: Kurzläufer-Fonds leiden unter der Zinsanpassung

Activest sieht bei Osteuropa-Anleihen Potenzial
Kurzläufer-Fonds leiden unter der Zinsanpassung

Wenn am Rentenmarkt die Zinsen steigen, sind Papiere mit langer Restlaufzeit stärker von Kursverlusten bedroht als Titel, die für nur noch zwei oder drei Jahre mit einem nicht mehr marktgerechten Kupon ausgestattet sind. Eine Binsenweisheit, die auf europäische Kurzläufer spezialisierte Rentenfonds in den vergangenen zwölf Monaten hätte begünstigen sollen.

HAMBURG. Tat sie aber nicht Mit einem Zuwachs von lediglich 1,53 Prozent belegt der Dit-Europazins K in seiner 71 Angebote umfassenden Vergleichsgruppe Rang 67 (Tabelle).

Schuld daran ist die zunehmende Verflachung der Zinskurve. „Die Renditen von Anleihen mit 20-jähriger Laufzeit sind von 4,30 auf 3,95 Prozent gefallen, während die Renditen zweijähriger Bonds von 2,55 auf 3,14 Prozent gestiegen sind“, erläutert Dit-Manager Ulrich Katz.

Dazu beigetragen haben vor allem zwei Faktoren: Zum einen die Aussicht, dass die EZB die Zinsen nur moderat erhöhen wird, und zum anderen die noch immer hohe Nachfrage von Pensionskassen nach Langläufern, mit denen diese Institutionen zunehmend ihre langen vertraglichen Verbindlichkeiten abdecken. Vor diesem Hintergrund scheint sogar eine inverse Zinsstruktur möglich: Am kurzen Laufzeitende wären die Renditen dann höher als am langen.

Obwohl er eine solche Entwicklung nicht ausschließen will, hält Katz das Schlimmste für seinen Fonds für überstanden. „Die Situation am kurzen Ende hat sich in den vergangenen Wochen entspannt“, sagt der Dit-Manager, der zu 80 Prozent in Euro-Titel investiert und den Rest in britischer, dänischer und schwedischer Währung hält. Von der in den Anlagebedingungen vorgesehenen Möglichkeit, auch in Osteuropa zu investieren, macht er derzeit keinen Gebrauch. Katz: „Dabei handelt es sich um sehr schwankungsanfällige Märkte, und speziell in Polen und Ungarn haben sich die Rahmenbedingungen deutlich verschlechtert.“ Das sieht Stefan Amenda durchaus ähnlich. Dennoch ist sich der Manager des aktuellen Spitzenreiters Activest EuroKonvergenz Rent sicher, dass Osteuropa-Anleihen auch 2006 mehr Geld einbringen werden als traditionelle Euro-Papiere. Amenda: „Unsere Renditeerwartung liegt bei fünf bis sechs Prozent.“ Ein beträchtlicher Teil davon soll aus der Währungsentwicklung kommen, denn der Activest-Manager rechnet mit stabilen oder sogar leicht steigenden Wechselkursen. Rund die Hälfte des Fondsvermögens hat er deshalb in auf lokaler Währung lautenden Anleihen investiert.

Dabei entfällt das Gros mit knapp 30 Prozent auf den polnischen Zloty, ungarische Forint sind mit 15 Prozent vertreten. Das Kalkül des Activest-Managers: „Die westeuropäischen Länder werden es nicht zulassen, dass osteuropäische Unternehmen auf der Währungsseite zusätzliche Wettbewerbsvorteile erhalten.“

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