Adig steuert gegen
Adifonds rutscht auf schlechten Platz ab

Die Münchner Investmentgesellschaft Adig will mit einem neuen Anlagekonzept dem Klassiker Adifonds wieder auf die Sprünge helfen.

HAMBURG. Die meisten Investmentgesellschaften haben heute mindestens zwei auf deutsche Aktien spezialisierte Fonds in der Angebotspalette. Das ist ein Luxus, den sich noch in den 50er-Jahren lediglich die Münchner Adig leistete. Ihrem 1950 aufgelegten Fondak stellte sie acht Jahre später den ähnlich strukturierten Adifonds zur Seite. Hintergrund: Die Haupteigner Commerzbank und Bayerische Vereinsbank hatten sich verständigt, in ihren jeweiligen Filialen Fonds mit eigenem Label zu vermarkten. Als Mitglied der "Adi"-Familie war der Adifonds deshalb über lange Jahre hinweg nur über die Commerzbank zu beziehen.

Mittlerweile ist die Frankfurter Großbank der einzige Anteilseigner der in die Cominvest eingegliederten Adig, und im Vergleich zum seit Jahren überdurchschnittlich erfolgreichen Fondak geriet der Adifonds mehr und mehr ins Abseits. Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 77 Deutschland-Fonds rutschte er sogar auf den viertletzten Platz ab.

"Wir haben das Anlagekonzept des Fonds im Frühjahr 2005 umgestellt", erläutert Stefan Günther, Leiter des Aktienfondsmanagements der Cominvest. Standen bis dahin vor allem große Wachstumsunternehmen im Vordergrund, so sind es seither vor allem Titel mit einer vergleichsweise niedrigen Schwankungsbreite. Diese Voraussetzung erfüllten Highflyer wie Schering, MAN und Fresenius Medical Care in den vergangenen zwölf Monaten nicht, während zum Beispiel die besonders schlecht abschneidende EADS-Aktie bis zu den Negativ-Schlagzeilen über das neue Großraumflugzeug A 380 stets eine eher geringe Volatilität aufwies. "Bislang hat sich der neue Auswahlprozess nicht bezahlt gemacht", bilanziert Günther. Er ist dennoch überzeugt, auf lange Sicht überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen zu können.

Einen Strategiewechsel gab es auch beim HSBC Trinkaus Special Inka aus dem Hause HSBC Trinkaus & Burkhardt in Düsseldorf. Standen dort bis März 2005 überwiegend Nebenwerte auf der Einkaufsliste, verfolgt HSBC-Manager Guido Cameron seither einen "All-Cap-Ansatz". Cameron: "Wir halten sowohl Dax- als auch MDax- und TecDax-Titel und mischen darüber hinaus in keinem Index vertretene Spezialitäten bei." Dabei achtet der HSBC-Manager darauf, dass potenzielle Kaufkandidaten einen möglichst großen Teil der Erträge in Deutschland erwirtschaften. "Der HSBC Trinkaus Special Inka ist vermutlich der Aktienfonds mit dem höchsten Deutschland-Anteil", betont Cameron. Bislang ging sein Konzept auf: Mit einer Mischung aus Blue Chips wie Commerzbank, RWE und Eon sowie kaum bekannten Nischenanbietern wie Adler Real Estate oder Ifa Systems gelang auf Anhieb der Sprung auf Platz eins.

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