Agrar-ETFs
Spekulanten verlieren Interesse an Agrarfonds

Rekordernten in den USA sorgen für eine Entspannung an den Agrarmärkten. Viele Spekulanten setzen daher nicht mehr auf Baumwolle-, Mais- oder Weizen-Anlagen. Die entsprechenden Fonds verzeichnen deutliche Nettoabflüsse.
  • 0

Der rasante Zulauf, den börsennotierte US-Agrarfonds verzeichneten, ist vorbei. Rekordernten und die Aussicht auf eine steigende Fleischversorgung haben zu einem Einbruch der ETF-Preise geführt. Hatten sie in den ersten fünf Monaten 2014 noch mehr Geld angelockt als Edelmetall- oder Energiefonds, zeigte sich zum 29. August bei den börsennotierten Agrarfonds ein Nettoabfluss für das Jahr von 57,7 Millionen Dollar, ein Minus von 2,9 Prozent. Hingegen gewannen Energie-, Edelmetall-, Industriemetall- und breitgefasste ETF netto neue Gelder, womit sich die Rohstoffinvestments insgesamt um 341 Millionen Dollar oder 0,5 Prozent erhöhten. Das geht aus Daten von Bloomberg hervor.

Kaffee, Rinder und Schweine brachten dieses Jahr mit die höchsten Gewinne bei Rohstoffen. Dagegen fielen die Preise für Baumwolle, Sojabohnen, Mais und Weizen jeweils in einen Bärenmarkt. Die spekulativen Positionen auf eine Rally bei Agrarrohstoffen sind seit Anfang April um 78 Prozent zurückgegangen, da die Aussichten auf gute Ernten in den USA zunahmen. Die US-Regierung sagt sogar Rekordernten voraus. Die USA sind der größte Anbauer von Getreide. Die weltweiten Preise für Nahrungsmittel sind in den vier Monaten bis Ende Juli gefallen.

Der Bloomberg Agriculture Index aus sieben Agrarprodukten, darunter Lebendvieh, ist mit fallenden Preisen seit Ende April um 21 Prozent eingebrochen. Der 22 Rohstoffe umfassende Bloomberg Commodity Index gab im selben Zeitraum 8,1 Prozent ab. Zum Vergleich: Der MSCI All-World Index für Aktien legte um 4,2 Prozent zu. Der Bloomberg Treasury Bond Index stieg um 2,1 Prozent.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Agrar-ETFs: Spekulanten verlieren Interesse an Agrarfonds"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%