Aktien-Kaufverhalten
Geldmarktfonds ziehen das meiste Kapital an

Im Juli kauften die deutschen Anleger für netto knapp 7,3 Mrd. Euro Publikumsfonds – das ist nach Angaben des Fondsverbandes BVI mehr als doppelt so viel wie im Vormonat. Das Kaufverhalten spiegelt die US-Hypothekenkrise jedoch erst ansatzweise wider und lässt sich auf sinkende Abflüsse aus Aktienfonds zurückführen.

FRANKFURT Die recht hohe Summe ist vor allem auf sinkende Abflüsse aus Aktien- und Rentenfonds sowie auf eine anhaltend starke Nachfrage nach Geldmarktprodukten zurückzuführen. Insgesamt verwalten die Publikumsfonds jetzt 742 Mrd. Euro.

Geldmarktfonds sammelten fast 4,7 Mrd. Euro ein und waren damit erneut die beliebteste Anlageklasse. In dieser Gruppe ist auch der mit Abstand volumenstärkste deutsche ABS-Fonds für forderungsbesicherte Anleihen enthalten, der „DWS ABS Fund“. Deutschlands größte Fondsgesellschaft DWS hatte wie andere Anbieter unter der von der US-Hypothekenkrise ausgelösten Illiquidität des ABS-Marktes und massiven Mittelabzügen der Fonds-Investoren im August zu leiden. Das spiegelt sich in den Absatzzahlen noch nicht wider. Im Gegensatz zur DWS hatten andere Anbieter ihre ABS-Fonds geschlossen. „Die klassischen Geldmarktfonds sind von den Problemen kaum betroffen“, urteilt Bernd Vorbeck, Sprecher der Geschäftsführung von Universal Investment.

Einige weitere ABS-Fonds werden bei den Rentenfonds geführt. In dieser Gruppe stießen die Anleger im Juli Anteile im Volumen von 1,3 Mrd. Euro ab, im Vormonat hatten die Investoren mehr als doppelt so viel Geld abgezogen. „Wegen der anhaltenden Unsicherheit erwarten wir auch im August für unser Haus noch Abflüsse bei Rentenfonds – auf niedrigerem und weiter abnehmendem Niveau“, sagt ein Sprecher von Allianz Global Investors, dem größten nationalen Rentenfondsmanager.

Bei den Aktienfonds ließ der Verkaufsdruck ebenfalls nach. Die Anleger zogen im Juli knapp eine Mrd. Euro ab – im Juni hatten die Verkäufe einen dreimal so hohen Betrag erreicht. Eine Wende zum Besseren sehen Experten aber noch nicht. „Wir haben noch keine wirkliche Aktienkultur“, sagt Sebastian Klein, Sprecher der Geschäftsführung von Cominvest. Es sei notwendig, Aktien und den Investitionsgedanken wieder zusammenzubringen. Seine Kritik: „Die Branche hat in den vergangenen Jahren zu viele Modeprodukte auf den Markt gebracht, das ist auch einer der Gründe für die Abkehr des breiten Publikums in den Jahren 2000 und danach.“

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