Aktien schlagen Anleihen
Türkei-Fonds führen Quartalsbilanz an

Anleger haben mit Aktienfonds vieler Kategorien im ersten Quartal dieses Jahres gutes Geld verdient. Und das, obwohl die Kurse Ende Februar zwischenzeitlich deutlich nachgegeben haben.

FRANKFURT. Anleihefonds dümpelten wegen der steigenden Kapitalmarktzinsen hingegen meist ohne nennenswerten Wertzuwachs vor sich hin. Dies ist das Ergebnis einer Fondsbilanz, für die die Analysegesellschaft Feri Rating & Research mehr als 6 000 in Deutschland zum Verkauf zugelassene Fonds aus 38 Kategorien untersucht hat (siehe Grafik). Die Fonds sind nach der durchschnittlichen Wertveränderung der Fondsgruppen im ersten Quartal sortiert. Zur Orientierung zeigt die Tabelle zudem die Wertentwicklung über fünf Jahre.

Am besten sind Fonds mit türkischen Aktien in das Jahr 2007 gestartet, die im Schnitt gut zwölf Prozent an Wert gewannen - und damit als einzige Gruppe ein zweistelliges Plus vorweisen. Der Manager des aktuell besten Türkei-Fonds Espa Stock Istanbul, Martin Hrdina von der österreichischen Erste Sparinvest, setzt derzeit stark auf Finanzwerte. Drei große Banken, Turkiye Garanti Bank, Akbank und IS Bankasi, machen gut ein Viertel des Fondsvermögens aus. "Türkische Aktien erholen sich nach einem schwachen Jahr", sagt Analyst Christian Michel von Feri. Ebenfalls positiv, wenn auch weniger explosiv, entwickelten sich hingegen Fonds, die auf etablierte Märkte setzten. Ein recht gutes Quartal mit einem Plus von gut sieben Prozent verbuchten Fonds mit europäischen und deutschen Nebenwerten.

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Fondsbilanz für das 1. Quartal 2007 zu öffnen

Die höchste Einzelfonds-Performance von gut 23 Prozent schaffte die bekannte Chinesin Anna Ho mit dem Nestor Fernost Fund. Die Nebenwerte-Spezialistin, die für verschiedene Fondsanbieter asiatische Aktienfonds managt, hält Small Caps in Asien "noch für billig", da Analysten diesen Titeln kaum Beachtung schenkten. Von der jüngsten Schwäche chinesischer Aktien, die etwa die Fondsgruppe Aktien Greater China ins Minus drückte, scheint ihr Fonds denn auch weniger betroffen zu sein.

Insgesamt wertet Feri-Analyst Michel das relativ gute Abschneiden vieler Aktienfonds-Gruppen als Hinweis dafür, dass "2007 ein Aktienjahr werden kann". Wie viele Bankstrategen nennt Feri die gute konjunkturelle Entwicklung und Stimmung vor allem in Europa als Signal dafür, dass die Aktienmärkte noch attraktiv erscheinen. Gleichwohl sollten sich Anleger auf starke Kursschwankungen einstellen, zumal die Volatilität etwa bei internationalen Aktienfonds mit neun Prozent im Jahr weiterhin nur halb so hoch sei wie im langfristigen Durchschnitt.

Auch kurzfristige Erträge von Geldanlagen interessieren Anleger stark, etwa um Trends richtig einzuschätzen. Von der Qualität eines Investments können Quartalsbilanzen jedoch nur einen vagen Eindruck vermitteln. Das Beispiel China - 2006 noch beste Fondsgruppe - und die Türkei zeigten einerseits, wie schnell die Aktienmärkte drehten, sagt Michel. Andererseits müsse es auch nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal für einen Fonds sein, wenn er im Quartal als bester seiner Gruppe abschneide. So bewertet Feri den aktuell besten europäischen Nebenwerte-Fonds, BWI NovaMax, mit ihrem schwächsten Rating "E". Feri analysiert für die Ratings die Fonds-Performance und das-Risiko der letzten fünf Jahre: Und auf diesen Zeitraum bezogen weist der Fonds laut Feri eine vergleichsweise niedrige Performance aus - verbunden mit hohen Kursschwankungen.

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