Aktien
Schwellenländerfonds setzen auf Small Caps

Aufstrebende Volkswirtschaften locken immer mehr Investoren an. Die Wertentwicklung von Aktienfonds, die auf Asien, Südamerika und Osteuropa setzen, steigt schneller als erwartet. Warum vor allem die Bric-Länder interessant sind - und wie Anleger von ihrer wirtschaftlichen Entwicklung profitieren können.
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FRANKFURT. Die Wertentwicklung von Aktienfonds auf Schwellenländer steigt schneller als erwartet. Immer mehr Investoren wollen von den aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien, Südamerika und Osteuropa profitieren. Die Produkte verzeichnen hohe Nettomittelzuflüsse und bescheren ihren Investoren eine Zwölfmonatsrendite von durchschnittlich 37 Prozent (siehe Tabelle).

"Nur die Aktienfonds auf Arabien und Nordafrika konnten nicht überzeugen", sagt André Härtel von Feri Euro-Rating Services. Vier der fünf schlechtesten Produkte setzen auf Aktien aus dem nahen und mittleren Osten. Die Fondsmanager kauften vor allem Öl- und Finanzaktien in der Region, damit machten sie in den vergangenen zwölf Monaten bis zu 19 Prozent Verlust.

Die Manager von Schwellenländerfonds setzen auf Aktien aus einzelnen aufstrebenden Regionen oder auf alle vier BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China. Die breite Streuung der Titel soll für eine hohe und gleichzeitig stabile Wertentwicklung sorgen. Tatsächlich zählen vor allem BRIC-Produkte dank ihrer konstant positiven Wertentwicklung über ein und drei Jahre zu den besten Schwellenländeraktienfonds. Ein Gesamtrating für die quantitativen und qualitativen Faktoren gibt es von Feri allerdings noch für keinen der Fonds.

" 2010 wird ein gutes Jahr für BRIC-Fonds", sagt Jim O?Neill von Goldman Sachs voraus. Brasilien und China sind weit entfernt von einer Aktienblase und in Russland steigen die Kurse bald wieder, glaubt der Schwellenlandexperte. Der währungsgesicherte Bric-Portfolio-Fonds von Goldman Sachs schaffte 76 Prozent Wertentwicklung in zwölf Monaten. Die Manager Maria Gordon und Richard Flax setzen derzeit vor allem auf Rohstoffkonzerne wie Vale do Rio Doce, Gazprom und Petrobras.

Ebenfalls weit oben in der Fondstabelle stehen zwei Produkte, die auf kleine und mittlere Unternehmen in Schwellenländern setzen. Der JPM Emerging Markets Small Cap Fund und der Raiffeisen Emerging Markets Aktien-A Fonds zählen mit einer Wertentwicklung von 90 beziehungsweise 69 Prozent zu den Favoriten von Feri-Experte André Härtel: "An die Small Caps in Entwicklungsländern trauen sich nur wenig Fondsgesellschaften, aber die Performance der Produkte ist beeindruckend", sagt er.

Neben JP Morgan und Raiffeisen bieten noch Aberdeen und Templeton die speziellen Produkte an, die im laufenden Jahr sogar dreistellige Wertzuwächse verzeichnen können. Gerade in den von Finanzinstituten wenig erschlossenen Ländern, ist die Aktienauswahl für die Wertentwicklung entscheidend. Deshalb eröffnete etwa der schottische Vermögensverwalter Aberdeen kürzlich ein Büro in Brasiliens Hauptstadt Sao Paulo. "Aberdeen baut dort vor allem Research-Personal auf", sagt Härtel. "Das ist ein gutes Zeichen."

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