Aktien und Derivate im Rohstoffsektor
Die Strategie muss passen

Wer mit Rohstoffen reich werden will, der muss Arbeit investieren. „Es geht darum die richtige Lücke zu finden“, sagt Joachim Berlenbach in Johannesburg. Er ist Geologe und Fondsmanager des Tiberius Exploration Funds UI der Universal Investment und er macht von berufswegen genau dies: Lücken finden.

HAMBURG. „Lücken finden“ heißt für den Johannesburger Joachim Berlenbach und sein Team so viel wie: junge Unternehmen aufspüren, die im Bergbau, Öl- oder Gasgeschäft tätig sind, noch bevor sie erfolgreich und teuer werden. Berlenbach ist allerdings auch davon überzeugt, dass seine Devise ebenso für Privatanleger bei der Wahl eines Rohstofffonds gelten sollte. „Es ist ratsam zum Hobbyexperten zu werden, denn das Angebot ist so vielfältig, die Konzepte und die Rohstoffschwerpunkte so unterschiedlich, dass man schon eine eigene Meinung braucht, um den richtigen Fonds für sich zu finden“, ist sich der Profi sicher.

Wie man sich diese Meinung am besten bildet? Auch dafür haben Rohstoffkenner einen Tipp: Man schaut sich die langfristigen Nachfragetrends an. „Rohstoffpreise steigen nur bei tatsächlicher physischer Nachfrage“, erklärt Klaus Breil, Manager eines der ältesten Rohstofffonds in Deutschland, des Fondiro P, bei der Cominvest Asset Management in Frankfurt. Und nachhaltig sei die Nachfrage nach einem bestimmten Grundstoff nur dann, wenn dahinter ein Infrastruktur-Trend stecke, nicht zu verwechseln mit einem Substitutionseffekt. Breil macht das an einem Beispiel klar: „Chinas wirtschaftliche Entwicklung - die Infrastruktur, die Industrie, die Konsumwirtschaft - verlangt nach Kupfer. Dieser Bedarf ist nachhaltig.“ Nicht so nachhaltig sei dagegen die Nachfrage nach Aluminium, wenn damit Kupfer nur substituiert werden solle, weil der Kupferpreis gerade sehr hoch ist.

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Allen Privatanlegern, die noch keine Hobbyexperten für Rohstofffragen sind, rät Breil darauf zu achten, dass sie ein möglichst ausgewogenes Rohstoffportfolio anlegen.

Doch wie sollte man als überzeugter Rohstoff-Fan am besten vorgehen? „Zunächst einmal muss man sich entscheiden, ob man das Thema über die Aktienmärkte oder über die tatsächlichen Rohstoffpreise spielen möchte“, sagt Schmidt.

Beide Strategien haben Vorteile. Investiert der Fonds über Derivate in die Preisentwicklung von Rohstoffen ist das der direkteste Weg, um am Handel mit Grundstoffen zu partizipieren. Vorteil gegenüber anderen Anlageformen: Die negative Korrelation der Rohstoffe mit Aktien oder Rentenwerten. „Kauft der Fonds Aktien von Unternehmen, die Rohstoffe anbauen, fördern oder verarbeiten, sind die Managementleistung der einzelnen Unternehmen und die Psychologie der Börse gleich mit im Einkaufskorb“, sagt Schmidt. In guten Börsenphasen sei das prima, bei Turbulenzen an den Aktienmärkten entsprechend schlecht. In den vergangenen zwölf Monaten haben Rohstoff-Fonds auf Aktienbasis - mit Ausnahme des Energiesektors - meist zweistellige Wertentwicklungen bis zu 25 Prozent verzeichnen können. Dagegen rutschen nahezu alle Fonds, die auf Rohstoffpreise setzten, ins Minus. Allerdings reagierten sie dafür entsprechend wenig auf die Kurskorrekturen an den Börsen Ende Februar.

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