Aktienanlagen
Fondsmanager drehen Strategien auf Kapitalerhalt

Wenn ein anfänglich zu offensiv ausgerichteter Fonds sein Konzept just auf dem Höhepunkt der Ausverkaufsstimmung an den Aktienmärkten radikal auf Kapitalerhalt umstellt, bleibt immer ein schaler Beigeschmack.

HAMBURG. Geschehen ist dies etwa beim Dachfonds CS Carat Global One, der zwischen der Auflage Ende 1999 und Frühjahr 2003 fast die Hälfte seines Anteilswerts verlor. Doch Markus Karl, Geschäftsführer der Münchener Vermögensverwaltung Focus Asset Management, rechtfertigt die Umstellung in dem von ihm betreuten Fonds: "Der damals vorgenommene Kurswechsel erfolgte auf ausdrücklichen Wunsch der Kunden und Vertriebspartner, und er hat sich gelohnt."

Das neu formulierte Ziel, marktunabhängig eine Rendite von vier bis acht Prozent zu erwirtschaften, sei seither jedes Jahr erreicht worden, sagt Karl. Der jüngste Zwölf-Monats-Vergleich von 69 defensiven Dachfonds bestätigt seine positive Sicht: Dort belegt der CS Carat Global One mit einem Zuwachs von 8,11 Prozent Rang zwei (siehe Tabelle).

Initiiert hat den ursprünglich am Aktienindex MSCI World orientierten Fonds die Carat Fonds Service AG, ein bundesweiter Zusammenschluss von neun unabhängigen Vermögensverwaltern. Im Mittelpunkt der Anlagepolitik stehen seit 2003 vor allem institutionellen Anlegern vorbehaltene Immobilienfonds wie UBS Euro Core oder Degi Global Business, aber auch Hedge-Fonds wie der Thema US Hedged. Vereinzelt sind auch stärker schwankende Positionen wie ein asiatischer Aktienfonds oder physisches Gold enthalten, die jedoch Karl zufolge rechtzeitig vor den jüngsten Kurseinbrüchen verkauft wurden.

Das leichte Minus im Mai geht auf den mit Absicherungsstrategien arbeitenden Aktienfonds Griffin European Opportunities zurück, der mit 13 Prozent die größte Einzelposition stellt und rund fünf Prozent an Wert verlor. Gleichwohl hält Karl an dieser Position fest. Rentenfonds sind für ihn dagegen kein Thema: "Die Gefahr weiter steigender Zinsen ist noch nicht gebannt", warnt er.

Beim Spitzenreiter Warburg-Rendite-Strategiefonds stellen Rentenfonds dagegen knapp zwei Drittel des Fondsvermögens. Der bei Warburg Invest aufgelegte Dachfonds darf bis zu 30 Prozent seines Vermögens in Aktienfonds investieren. In den vergangenen Monaten hielt er vor allem auf Nebenwerte und auf Osteuropa spezialisierte Produkte im Portfolio. "Beide Bereiche haben wir allerdings in den vergangenen Wochen reduziert, ebenso den Anteil von Hochzins-Fonds", berichtet Warburg-Invest-Sprecher Rolf Lauer. Stattdessen stünden derzeit vor allem Wandelanleihen-Fonds und auf einen absoluten Ertrag ausgerichtete Rentenfonds wie der Julius Bär Multibond Absolute Return im Vordergrund.

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