Aktienfonds
Bei US-Nebenwerten schafft Fidelity die Wende

Neal Miller hat das Ruder erfolgreich herumgerissen. Nachdem der Manager des Fidelity American Growth 1999 eines der besten Ergebnisse der Kategorie "Aktien USA Nebenwerte" abgeliefert hatte, blieb er in fünf aufeinander folgenden Jahren hinter dem Durchschnitt seiner Vergleichsgruppe zurück. Erst 2005 begann der Wiederaufstieg, und im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Rating & Research per Ende April 2006 belegt Miller mit einem Wertzuwachs von 47,6 Prozent sogar Rang vier.

HAMBURG. Den Grundstein für die Trendwende hat der Fidelity-Manager eigenen Angaben zufolge 2004 gelegt, als er sich von zahlreichen perspektivlosen Aktien trennte. Dabei sank die Zahl der Titel von über 300 auf derzeit 254. Das frei gewordene Geld investierte Miller umgehend in Grundstoff- und Energieaktien - angesichts der kurz darauf einsetzenden Rohstoff-Hausse ein echter Glücksgriff.

Miller, der den Fidelity American Growth seit dessen Auflegung 1997 verwaltet, versucht in seinem Fonds die großen Trends in der amerikanischen Gesellschaft zu spielen. Er achtet dabei auf Änderungen im Sozialverhalten, in der Gesetzgebung und der Wirtschaft, auf neue Produkttrends und die Demographie. Dann versucht er, die mittleren und kleinen Unternehmen zu finden, die davon am stärksten profitieren. Dazu gehören unter Umständen auch Firmen, die wie der Top-Ten-Wert Puma ihren Hauptsitz nicht in den USA haben.

Nicht ausschließlich auf Nebenwerte fokussiert ist Gordon Grender von GAM. Der Manager des GAM Star American Equity investiert auch in größere Titel wie den Öl-Multi Conoco-Phillips, auch wenn zu den aktuell größten Positionen eher kleinere Unternehmen wie die Regionalbank North Fork Bancorporation oder der Einzelhändler Michaels Stores gehören.

Darüber hinaus hält Grender nicht nur deutlich weniger Titel als Miller, sondern berücksichtigt ausschließlich Firmen, die er fundamental für deutlich unterbewertet hält. Findet er diese nicht, kann die Barreserve auch einmal auf 40 Prozent oder darüber steigen. In den vergangenen zwölf Monaten hinterließ diese Anlagepolitik Schleifspuren: Mit einem Zwölf-Monats-Plus von 18,71 Prozent gehört der GAM Star American Equity gegenwärtig zu den schlechtesten Fonds seiner Vergleichsgruppe.

Davon lässt sich Grender jedoch nicht beeindrucken. "Es gibt einige Risiken wie etwa die hohe Verschuldung der privaten Haushalte oder auch die steigenden Zinssätze am Hypothekenmarkt", gibt er sich für die weitere Entwicklung der US-Börsen eher skeptisch. Hinzu komme, dass die Unternehmensgewinne in den USA ihre beste Zeit hinter sich hätten und sich vermutlich bald wieder ermäßigten.

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