Aktienfonds den FPM Stockpicker Germany von der Spitze verdrängt
Fondsmanager setzen wieder stärker auf den Dax

Es gibt Fonds, denen Experten auf Anhieb ansehen, wer dahinter steckt. Der UBAM German Equity ist so einer. Eine kleine Beimischung holländischer, schweizerischer und österreichischer Aktien, eine vergleichsweise hohe Barreserve und - das verräterischste Indiz - K+S als größte Beteiligung. Wer bei dieser Konstellation auf Jens Ehrhardt tippt, liegt richtig.

HB HAMBURG. Das Engagement des Münchener Vermögensverwalters bei dem Düngemittelproduzenten ist in der Branche bekannt. Für den UBAM German Equity der Genfer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP), den Ehrhardt bereits seit der Auflage im Mai 1998 betreut, war K+S ein lohnendes Investment: Schließlich konnte sich die Aktie in dieser Zeit nahezu verzehnfachen. Zwischen Juni 2004 und Mai 2005 stieg sie immerhin um 71 Prozent und trug dazu bei, dass der UBAM German Equity im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der auf heimische Titel spezialisierten Aktienfonds den FPM Stockpicker Germany von der Spitze verdrängt hat.

"In den vergangenen Wochen haben wir K+S aber reduziert", sagt Ehrhardt und verweist auf die deutlich gestiegene Bewertung. Ähnliches gelte für eine Reihe anderer Nebenwerte, die zunehmend an Attraktivität verloren hätten. Deshalb rücken die im Dax vertretenen Standardwerte mehr und mehr ins Blickfeld des Managers. Daran, dass sich die jüngste Kurs-Rally nahtlos fortsetzt, glaubt er aber nicht: "Bis zum Herbst dürfte es vor allem darauf ankommen, die im ersten Halbjahr erzielte Performance zu bewahren." Die Barreserve stieg deshalb seit Ende Mai von acht auf 29 Prozent.

Während der UBAM German Equity in seiner Kategorie seit Jahren zur Spitzengruppe gehört, waren die Leistungen des auf Rang vier liegenden Baring German Growth seit dem Start im Mai 1990 starken Schwankungen unterworfen. Nachdem der Zusammenbruch des Neuen Markts den Fonds zwischen 2000 und 2002 stark belastete und es in der Folge zu mehreren Managementwechseln kam, zeichnet seit September 2004 Gianluca Giardina für das Portfolio verantwortlich. Der frühere Analyst von Schroders und Fidelity gilt als ausgewiesener Nebenwertespezialist. Deshalb nahmen MDax- und SDax-Werte im Baring German Growth bis zum Frühjahr meist einen höheren Anteil ein als die im internen Vergleichsindex vorgesehenen 50 Prozent. Mittlerweile hat jedoch auch Giardina sein Engagement im Dax deutlich verstärkt: "Sowohl historisch betrachtet als auch im europäischen Vergleich sind deutsche Blue Chips derzeit günstig bewertet", sagt er.

Hinzu komme, dass die bislang in Angriff genommenen Strukturreformen bereits jetzt deutlich umfangreicher seien als beispielsweise in Frankreich oder Italien. Sollte eine neue Regierung das Reformtempo noch verschärfen, könne dies durchaus als Katalysator für eine Neubewertung dienen. "Dann haben deutsche Aktien noch viel Potenzial, und zwar quer durch alle Marktsegmente", glaubt der Baring-Manager.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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