Aktienfonds
Deutschland-Fonds bleiben vorerst in der Defensive

Deutsche Aktienfonds haben derzeit ihre Schwierigkeiten, sich von der negativen Entwicklung des deutschen Leitindexes abzukoppeln. Dazu investieren sie konservativ. Mit einer Erholung des Dax rechnen Union und Cominvest frühestens zur Jahresmitte.

HAMBURG. Mit dem Aktienfonds Uni Deutschland hat es Carsten Hilck nicht leicht, sich von einer negativen Entwicklung des Leitindexes Dax abzukoppeln: Der Manager von Union Investment investiert indexnah und bestückt sein Portfolio nur mit Dax-Titeln. Den engen Spielraum hat Hilck in den vergangenen zwölf Monaten jedoch erfolgreich genutzt und einen - wenn auch geringen - Mehrwert herausgeholt. Mit einem Plus von 1,36 Prozent erzielte der Uni Deutschland unter den zehn volumenstärksten Fonds für deutsche Aktien das beste Ergebnis. Bezogen auf alle 94 Fonds dieser Kategorie liegt er auf Platz vier.

"Wir sind schon seit einigen Monaten eher defensiv aufgestellt und gewichten beispielsweise Versorger leicht über, während Finanzwerte gegenüber dem Dax untergewichtet sind", erklärt Hilck. Je nach Marktlage lässt er auch einzelne Dax-Werte komplett außen vor. "Wir haben beispielsweise das Chemieunternehmen Altana im Mai wegen der Übernahme der Pharmasparte durch den dänischen Konkurrenten Nycomed mit Gewinn verkauft, obwohl die Aktie im Dax vertreten war", sagt er.

Deutlich mehr Freiheiten bei den Portfolioentscheidungen hat dagegen Heidrun Heutzenröder mit dem Cominvest Fondak. Sie hält rund 80 Prozent des Fondsvermögens in Dax-Titeln, die verbleibenden 20 Prozent hat sie in Aktien aus der zweiten Reihe investiert. Ausgezahlt hat sich dieser größere Spielraum für die Managerin des Cominvest-Klassikers zuletzt jedoch nicht: Mit einem Minus von 4,67 Prozent belegt ihr Fonds Rang 54 von 94 Konkurrenten, unter den zehn größten Fonds dieser Kategorie liegt er auf dem letzten Platz. "Für die von uns bevorzugten Substanztitel mit günstigen Bewertungen und hoher Dividendenrendite war das Umfeld zuletzt sehr schwierig, so wurden Unternehmen wie Thyssen und Continental trotz positiver Daten und Strategie abgestraft", erklärt Heutzenröder und verweist zudem auf die schwache Entwicklung von Nebenwerten wie Heidelberger Druck und Lanxess. Generell sei die Marktlage derzeit schwierig anhand von Fundamentaldaten einzuschätzen, ergänzt sie. So hätten sich die Investoren zu Beginn der US-Hypothekenkrise unabhängig von den oft sehr guten Unternehmenszahlen von vielen Aktien getrennt.

Anzeichen für eine Markterholung sieht Heutzenröder noch nicht. "Die Bodenbildung ist noch nicht abgeschlossen, erst zur Jahresmitte sehen wir wieder deutlich mehr Potenzial für den Dax", sagt sie und nennt als Zielgröße 8 000 Punkte. Diese Marke traut Union Investment dem Dax auf Zwölf-Monats-Sicht nicht zu. Deshalb bleibt Hilck wie Heutzenröder zunächst weiterhin defensiv aufgestellt.

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