Aktienfonds für deutsche Standardwerte
Fondsprofis fahren Baranteil hoch

Vor genau fünf Jahren war die Stimmung an den Börsen ähnlich schlecht wie derzeit. Damals lief es für den Morgen Portfolio Universal weit besser als für die meisten Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland. Doch anders als 2003 hat sich die von Morgen eingesetzte Charttechnik in den vergangenen zwölf Monaten offenbar nicht bewährt. Derweil hat sich der DWS Deutschland vergleichsweise gut gehalten.

HAMBURG. "Der Fonds erzielte in dem Krisenjahr eine so überdurchschnittliche Wertentwicklung, dass er noch 2007 davon profitierte und mit dem zweitbesten Rating B bewertet wurde", sagt André Härtel von der Rating-Agentur Feri über Morgen Portfolio Universal .

Im aktuell ebenfalls schwierigen Marktumfeld konnte Fondsberater Heinrich Morgen bislang nicht an den damaligen Erfolg anknüpfen: Mit einem Minus von 26,62 Prozent erwirtschaftete er mit dem Fonds das zweitschlechteste Ergebnis von 78 Konkurrenten der Vergleichsgruppe, was den Fonds das schlechteste Rating E bescherte.

Anders als 2003 hat sich die von Morgen eingesetzte Charttechnik in den vergangenen zwölf Monaten offenbar nicht bewährt: "Sie liefert bei der zuletzt sehr ausgeprägten Branchenrotation häufig Fehlsignale, die einen zu frühen Einstieg nach sich ziehen", räumt der Chef der Vermögensverwaltung Morgen + Partner ein. Insbesondere einige Titel aus dem MDax-Segment sowie Maschinenbauer hätten den Fonds stark belastet. Das Marktumfeld beurteilt er nach wie vor als unsicher: "Wir sehen aktuell mehr Verkaufs- als Kaufsignale und haben darum die Kassequote auf über 40 Prozent hochgefahren."

Von einer solchen Quote ist der DWS Deutschland weit entfernt, dessen Kasseanteil aktuell bei acht Prozent liegt. Charttechnik verwendet der von Christoph Ohme unterstützte Fondsmanager Tim Albrecht nicht als Hauptkriterium, sondern nur als unterstützendes Element bei der Titelselektion. Dies bekam dem Fonds gut: Er ist mit moderaten Minus von 8,02 Prozent über ein Jahr Spitzenreiter seiner Kategorie. "Anfang diesen Jahres nutzte Tim Albrecht die starke Korrektur bei Nebenwerten selektiv für Zukäufe, was sich bei einigen Werten wie zum Beispiel Demag Cranes positiv auswirkte", sagt Ohme. Aktuell sei der Fonds mit zirka 35 Prozent in Nebenwerten investiert, größere Sektorwetten würden dabei vermieden, ergänzt der DWS-Manager.

Auch in seiner Historie unterscheidet sich das DWS-Produkt deutlich vom Morgen Portfolio Universal. Während letzterer im Krisenjahr 2003 glänzend abschnitt, geriet der DWS Deutschland unter Druck und wurde von Feri mit dem zweitschlechtesten Rating D bewertet. "Damals war Tim Albrecht erst ein Jahr für den Fonds zuständig und musste sich in dem schwierigen Marktumfeld erst noch zurechtfinden", so Feri-Analyst Härtel. Seit dem Krisenjahr 2003 sei es für den Fonds jedoch kontinuierlich besser gelaufen, der mittlerweile die Bestnote A habe.

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