Aktienfonds
Grenzen zwischen US-Anlagestrategien fließen

Doppelsieg für die New Yorker Alger-Gruppe: Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 59 auf amerikanische Nebenwerte spezialisierten Aktienfonds liegen gleich zwei Angebote der 1964 von Fred Alger gegründeten Gesellschaft in Führung (siehe Tabelle).

HAMBURG. Im Grunde genommen handelt es sich dabei allerdings lediglich um einen Fonds, denn der Alger US Small Cap ist eine Kopie des amerikanischen Originals Alger Small Cap Growth. Sie wurde Ende 2000 in Luxemburg aufgelegt, um die Abwicklung für europäische Anleger zu vereinfachen.

Der im nachhinein sehr ungünstige Auflegungszeitpunkt erklärt das niedrige Volumen von nur einer Million Euro: Als auf Wachstumsaktien spezialisierte Gesellschaft war Alger 2000 überdurchschnittlich vom Platzen der Technologieblase betroffen. So verlor das Original in der Spitze auf Euro-Basis mehr als 75 Prozent an Wert.

Alger-Managerin Jill Greenwald gibt sich allerdings überzeugt, dass der jüngste Etappensieg erst den Anfang einer Aufholjagd markiert. "Weil die Anleger fast sechs Jahre lang Value-Titel bevorzugt haben, sind traditionell teurere Growth-Aktien immer billiger geworden", so die Amerikanerin. Dabei sei es anders als 1999 oder 2000 längst nicht mehr notwendig, auf irgendwann in der Zukunft präsentierte schwarze Zahlen zu hoffen: "Viele qualitativ hochwertige Wachstumsfirmen haben ihre Einnahmen und Gewinne in den vergangenen Jahren zweistellig gesteigert."

In ihrem Portfolio hält Greenwald derzeit insgesamt 103 Titel. Dabei setzt die Alger-Managerin auf Firmen, die wie der Solarzellenproduzent Evergreen Solar in ihrer jeweiligen Branche zu den Innovationsführern gehören oder sich wie der Senioren-WG-Betreiber Sunrise Senior Living in einer profitablen und wachstumsträchtigen Nische eingerichtet haben.

Die Tatsache, dass an der Wall Street die Grenzen zwischen "Growth" und "Value" immer stärker verschwimmen, bestätigt auch Chuck Royce. Gleichwohl bevorzugt der Manager des aktuell auf Rang acht liegenden Royce 100 Equity Fund für sein Portfolio Substanzaktien: "Gerade im Bereich der stark schwankenden Nebenwerte zeigt sich der Value-Stil langfristig überlegen, weil in den Abwärtsbewegungen des Marktes weniger Performance verloren geht."

Seit fast 35 Jahren widmet sich Royce, dessen 1972 gegründete Gesellschaft Royce & Associates 2001 von Legg Mason übernommen wurde, dem Aufspüren aussichtsreicher Börsen-Minis.

Darüber hinaus weist der erst im Frühjahr vergangenen Jahres für europäische Anleger platzierte Fonds eine weitere Besonderheit auf: Enthalten sind immer exakt 100 Gesellschaften. Diese müssen Royce zufolge drei Voraussetzungen mitbringen: "Eine gesunde Bilanz, eine erfolgreiche Vergangenheit und die Aussicht auf eine profitable Zukunft."

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