Aktienfonds
Lateinamerika-Fonds bevorzugen Brasilien

Für Brent Bottamini liefen die zurückliegenden Monate nicht so wie gewünscht: Binnen eines Jahres rutschte der von ihm gemanagte Fidelity Latin America Fund aus den Top Ten der Vergleichsgruppe ans Tabellenende ab. An der Spitze der Vergleichsgruppe steht hingegen der HSBC Latin America Freestyle - zwei verschiedene Anlagestrategien.

HAMBURG. Mit einem Zwölf-Monats-Wertzuwachs von 45,14 Prozent ist der bis 2006 sehr erfolgreiche Fidelity Latin America Fund das Schlusslicht der 23 Fonds umfassenden Vergleichsgruppe von Feri Rating & Research(Tabelle).

"Wir waren unter anderem in Aktien der brasilianischen Fluglinie TAM investiert, deren Kurs aufgrund eines Flugzeugabsturzes im Juli um 40 Prozent einbrach", kommentiert Bottamini. Dass sein Fonds den Vergleichsindex MSCI Latin America nicht schlagen konnte, führt er auch auf die Höchstgrenzen von zehn Prozent für einzelne Aktien zurück: "Im Index ist der Eisenerz-Produzent Companhia Vale do Rio Doce mit 15 Prozent gewichtet." Da der Anteil der CVRD-Aktie im Fonds bei rund zehn Prozent liege, habe sich der Kursanstieg von über 150 Prozent in diesem Jahr im Fonds weniger als im Index niedergeschlagen.

Trotz dieser Anlagebeschränkungen lassen sich sehr gute Ergebnisse erzielen. Dies beweist Luiz Ribeiro mit dem HSBC Latin America Freestyle. Der Fonds steht mit einem Wertzuwachs von 64,89 Prozent an der Spitze der Vergleichsgruppe, was Ribeiro neben der zehnprozentigen Gewichtung von CVRD unter anderem auf das Engagement in dem peruanischen Goldproduzenten Buenaventura zurückführt. Anders als Bottamini, der lediglich einen peruanischen Finanzdienstleister im Portfolio hält, ist Ribeiro dort mit rund fünf Prozent des Portfolios investiert.

Mit Ausnahme brasilianischer Aktien, die in ihren Fonds die mit Abstand größte Länderposition bilden, sind die beiden Manager in der Region auch sonst unterschiedlich investiert. So setzt Bottamini etwa mit rund einen Viertel des Portfolios auf den mexikanischen Aktienmarkt. "Trotz der Probleme der Hypothekenkrise in den USA, die den Markt stärker als alle anderen in Lateinamerika getroffen hat, sehen wir dort gute Investmentchancen", sagt Bottamini. Ribeiro hält dagegen nur ein Zehntel des Fondsvermögens in Mexiko: "Das Wirtschaftswachstum ist mit 2,7 Prozent das schwächste in ganz Lateinamerika, wir sehen dort lediglich vereinzelt attraktive Anlagemöglichkeiten". Als negativ für diesen Markt wertet er zudem die Tatsache, dass die in den USA lebenden Mexikaner derzeit weniger Geld in ihre Heimatländer überweisen. Die Aussichten für lateinamerikanische Aktien schätzt er als gut ein: "Das Wirtschaftswachstum ist zwar niedriger als in Asien, aber dafür sind die Bewertungen moderater und die Gewinnerwartungen höher", sagt Ribeiro.

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