Aktienfonds Lateinamerika
Mobilfunkboom treibt an

Der Anbieter Threadneedle verspekuliert sich in Lateinamerika mit Rohstoffwerten und landet weit hinten im Ranking vergleichbarer Fonds. Experten halten das Produkt dennoch für attraktiv: Für ein langfristiges und benchmarkorientiertes Engagement sei der Fonds durchaus geeignet.

HAMBURG. Seine Beteiligung an América Móvil hat den Mexikaner Carlos Slim Helú zum reichsten Mann der Welt gemacht. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat die Aktie des größten Mobilfunkanbieters Lateinamerikas um 37 Prozent zugelegt und Slim Helús Vermögen das von Bill Gates übertreffen lassen, wie das mexikanische Online-Finanzmagazin Sentido Común berechnet hat.

Auch für Fondsmanager Anders Damgaard von der dänischen Investeringsforeningen Sydinvest International, kurz ISI, war die gute Performance ein Grund zum Feiern: Die mexikanische Telefongesellschaft ist mit acht Prozent die größte Titelposition im Portfolio des Fonds Latin America Equities. Mit einem Wertzuwachs von 63,97 Prozent liegt der Lateinamerikafonds im jüngsten Zwölfmonatsvergleich an der Spitze.

Auch im Portfolio von Jules Mort, Manager des Threadneedle Latin America, ist América Móvil mit zehn Prozent die größte Titelposition. Davon abgesehen hatte der Fondsmanager in den vergangenen Monaten allerdings ein weniger glückliches Händchen bei der Titelauswahl als sein Konkurrent Damgaard: Im aktuellen Jahresvergleich kommt das Threadneedle-Produkt nur noch auf Platz 20 von 22 Lateinamerikafonds.

Der Grund: "Wir haben Anfang dieses Jahres auf einige Titel im Rohstoffsektor gesetzt, bei denen unvorhersehbare Ereignisse zu einem starken Kursrutsch führten", erklärt Katy Dobson, stellvertretende Managerin des Threadneedle Latin America.

Jan Richter, Analyst der Münchener Beratungsgesellschaft Fondsconsult, hält den Fonds trotz der Fehlgriffe für attraktiv: "Für ein langfristiges und eher benchmarkorientiertes Engagement in Lateinamerika ist der Threadneedle Latin America durchaus geeignet."

Die Strategie von Fondsmanager Mort: Er nutzt ein hauseigenes Bewertungssystem, das Unternehmen mit überdurchschnittlichen Wachstums- und Profitabilitätskennzahlen herausfiltert. "Mort setzt auf rund 50 Titel, überwiegend Large Caps", sagt Richter.

ISI-Manager Damgaard hingegen ist ein Top-Down-Investor. Anhand von Investment-Themen erstellt er zunächst eine Fondsstruktur, die er anschließend mit den geeigneten Aktien umsetzt. Richter kommentiert: "Dieser Anlagestil führt zu einem breiter gestreuten Portfolio von rund 100 Titeln, das keine so starke Fokussierung auf Large Caps ausweist." Auch dieser Ansatz hat sich bewährt: "Der Fonds hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er sowohl in positiven als auch in negativen Marktphasen besser als seine Vergleichsfonds abschneiden kann", sagt Richter.

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