Aktienfonds mit der Ausrichtung auf Anbieter alternativer Energien legen in der Spitze bis zu 33 Prozent zu
Nachhaltige Investmentfonds verzeichnen Zuflüsse

Die nachhaltige Geldanlage nach sozialen, ethischen und ökologischen Kriterien trifft auf steigende Nachfrage. Das Volumen nachhaltiger Investmentfonds ist auf dem deutschsprachigen Markt seit Januar um 28 Prozent auf 6,9 Mrd. Euro gestiegen. Das hat das Sustainable Business Institut (SBI) an der European Business School errechnet.

sbe BERLIN. Nachhaltige Aktienfonds erzielten laut SBI innerhalb der vergangenen zwölf Monate durchschnittlich 11,3 Prozent Wertzuwachs. Klassische Aktienfonds kamen je nach Region auf 8,6 bis 14,8 Prozent, wie der Bundesverband Investment und Asset Management mitteilte. Nachhaltige Aktienfonds, die in Anbieter erneuerbarer Energien investieren, haben am besten abgeschnitten. Sie legten bis zu 33 Prozent zu. Unter den besten zehn Aktienfonds sind auch einige Umwelttechnologiefonds vertreten, allen voran der mit strengen Kriterien arbeitende Fonds Meridio Green Balance der Kölner Meridio Vermögensverwaltung AG. In den vergangenen Monaten überholte er viele ertragsstarke Fonds, im Drei-Jahres-Vergleich jedoch ist seine Leistung schwach.

Nachhaltige Mischfonds erwirtschafteten mit durchschnittlich 9,8 Prozent innerhalb der letzten zwölf Monate mehr als klassische Fonds mit deutschem Anlageschwerpunkt. Bei den Mischfonds dominierten Fondsprodukte, die Unternehmen aller Branchen nach ökonomischen, ökologischen und sozialen Leistungen bewerten. Nachhaltige Rentenfonds blieben mit 7,2 Prozent um bis zu zwei Prozentpunkte unter dem Niveau des Gesamtmarktes.

Die meisten Nachhaltigkeitsfonds wurden in den vergangenen vier Jahren aufgelegt. Im ersten Halbjahr gab es drei neue Produkte. Erst kürzlich lancierte der Stuttgarter Finanzdienstleister Pro Vita GmbH einen Dachfonds. Der Fonds IAM ProVita World investiert in die zehn ertragsstärksten Nachhaltigkeitsfonds aus einer Auswahl von insgesamt rund 60 Produkten und erreicht eine breite Risikostreuung. "Die Einzelfonds haben unterschiedliche Anlagecharakteristika, investieren in unterschiedlichste Branchen und Währungen, verschiedenartige Unternehmen und nach unterschiedlichen Kriterien", erläutert ProVita-Geschäftsführer Stefan Maiss. Der Fonds basiert auf einer mathematischen Stop-Loss-Technik, die Gewinne maximieren und das Verlustrisiko senken soll.

Viele Fonds haben wenig Volumen, werden aber seit Jahren geführt. "Banken bauen damit Kompetenz auf - nachhaltige Fondsmanager bringen ihr Urteilsvermögen auch in andere Produkte ein, was die Kosten für Nachhaltigkeitsfonds senkt", erläutert SBI-Leiter Paschen von Flotow. Langfristig erwarteten die Institute Wirtschaftlichkeit.

Zu den größten Produkten in diesem Segment zählt der ehemals klassische Mischfonds Superior 3-Ethik des österreichischen Bankhauses Schelhammer & Schattera. Der Fonds wurde im Herbst 2002 strategisch auf nachhaltige Geldanlagen ausgerichtet: Seither stieg sein Volumen um 50 Prozent und überschritt im Mai die 100-Millionen-Euro-Schwelle.

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