Aktienkäufe
Fonds haken die Krise ab

Große Anlagehäuser sind nach den Abschreibungen bei Finanzkonzernen optimistischer als noch vor Wochen: Sie sehen ein nahes Ende der Turbulenzen und kaufen wieder Aktien. Am offensivsten gibt sich Deutschlands größte Fondsgesellschaft DWS.

FRANKFURT. Die großen Fondsanbieter in Deutschland denken um. Die verantwortlichen Portfoliomanager zeigen sich nach den Abschreibungen bei Finanzkonzernen und den unterschiedlichen Signalen aus den USA über die weitere Entwicklung der Konjunktur optimistischer als noch vor Wochen. Ihnen zufolge ist ein Großteil der Finanzkrise überstanden. Die Fondslenker haben bereits Aktien für ihre Portfolios hinzugekauft, wie eine Umfrage des Handelsblatts unter den großen Adressen in Deutschland ergibt.

"Die Krise ist nicht ausgestanden, aber beherrschbar", bringt Victor Moftakhar, Aktienchef beim zweitgrößten deutschen Fondshaus für Publikumsfonds Deka, die Branchensicht auf den Punkt. Vor der Übernahme der in Schieflage geratenen US-Investmentbank Bear Stearns wurde heftig über die Lebensfähigkeit des Finanzsystems debattiert. Seit der Liquiditätsspritze der US-Notenbank Fed für Bear Stearns haben viele Marktbeobachter aufgeatmet. Trotz dieser positiven Signale rechnen die Fondsexperten mit weiteren Abschreibungen auf Vermögensgegenstände. "Die Aufräumarbeiten bei den Banken werden vielleicht noch ein Jahr dauern und zusätzliche Regulierungen uns noch länger beschäftigen", meint etwa Peter Schwicht, Deutschlandchef von JPMorgan Asset Management.

In der volkswirtschaftlichen Betrachtung erwarten die Fachleute keinen Absturz der Konjunkturen. "Gemischte Konjunktursignale aus den USA und sich einengende Zinsspreads lassen den Schluss zu, dass sich die Lage stabilisiert", sagt Klaus Riester, Geschäftsführer bei der genossenschaftlichen Union Investment. Auch in den für die Weltwirtschaft immer wichtiger werdenen Schwellenländern mit China als Vorreiter erwartet die Union Investment kein abruptes Abbrechen des Wachstumstrends.

Über die Folgen dieser wirtschaftlichen Gesamtschau für die Kapitalmärkte gehen die Ansichten zwar auseinander. Aber der Optimismus überwiegt. Der wurde zuletzt von wieder steigenden Kursen gestützt, wie beispielsweise an der Wall Street. Am offensivsten gibt sich Deutschlands größte Fondsgesellschaft DWS. "Die Aktienkurse haben die Krise voll eingepreist", sagt Thomas Gerhardt, der während der Abwesenheit von DWS-Chef Klaus Kaldemorgen das Investmentteam Aktien führt und hier für 60 Mrd. Euro verantwortlich ist. Gerhardt ist wieder voll investiert.

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