Aktienmarkt
Fondsmanager sind bei Japan geteilter Meinung

Am japanischen Aktienmarkt scheiden sich nach wie vor die Geister: Viele Fondsmanager, die wie der New Yorker Länderanalyst Michael Keppler nach dem substanzorientierten Value-Ansatz investieren, halten den Markt für überteuert und wenig aussichtsreich. Andere Experten sehen dagegen in den kommenden Monaten Potenzial für hohe Kursgewinne.

HAMBURG. Zu denen, die in den kommenden Monaten noch Potenzial für hohe Gewinne sehen, gehört auch Andreas Utermann. "Japan bleibt langfristig ein attraktiver Aktienmarkt", sagt der Aktienchef von Allianz Global Investors. Dafür spreche unter anderem die erfolgreiche Umstrukturierung der Unternehmen seit den achtziger Jahren. Die jüngste Schwäche in Tokio sieht Utermann folglich auch nicht in strukturellen Problemen begründet. "Japan litt zuletzt unter einer konjunkturellen Schwäche, und der Aktienmarkt reagiert hierauf im Vergleich zu den anderen Börsen der Welt generell am empfindlichsten", sagt er und erwartet für die kommenden Monate verbesserte wirtschaftliche Rahmendaten.

Etwas vorsichtiger gibt sich Koji Nakatsuka. Der Manager des Allianz-Dit Nebenwerte Japan sieht zwar Potenzial für ein weiteres Gewinnwachstum der Unternehmen, schließt negative Impulse durch eine mögliche vorschnelle Zinserhöhung der Bank of Japan und die im Juli anstehenden Oberhaus-Wahlen jedoch nicht aus. In den vergangenen zwölf Monaten bewies der von Tokio aus tätige Manager der Allianz-Tochter RCM ein geschicktes Händchen: Zwar verbuchte sein Fonds aufgrund der hohen Währungsverluste ein Minus von 19,44 Prozent, in der aktuellen Zwölf-Monats-Bilanz von 31 Japan-Nebenwertefonds belegt er damit jedoch einen respektablen vierten Platz.

"Unter anderem lagen wir mit unserer Wette auf Industriewerte richtig, die von den steigenden Infrastrukturinvestitionen des Landes profitierten", sagt der RCM-Manager, der aktuell gut ein Viertel des Portfolios in diesen Aktien hält. Generell bevorzugt Nakatsuka ein konzentriertes Portfolio von rund 50 Aktien mit einer durchschnittlichen Marktkapitalisierung von rund vier Mrd. Dollar, die er aus einem Universum von etwa 1 700 Aktien auswählt.

Weitaus breiter streuen dagegen die Manager der beiden Spitzenreiter ihre Portfolios: So hält der Manager des mit einem Minus von 7,48 Prozent auf Rang eins liegenden Parvest Japan Mid Cap Hedged von BNP Paribas derzeit 90 Aktien im Portfolio, das Fondsvermögen des Parvest Japan Small Cap Hedge verteilt sich sogar auf rund 150 Aktien. Im Gegensatz zum Allianz-Dit Nebenwerte Japan konnten beide Manager die Verluste aufgrund des ausgeklammerten Währungsrisikos begrenzen.

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