Aktionäre drängen Firmen zu mehr Investitionen
Fondsmanager fordern Wachstum statt Gewinn

Der „Bullenmarkt“ geht in seine nächste Runde. Nach einer kräftigen Rally, die von Gewinnen defensiver Aktien und einer konservativen Unternehmenspolitik des Schuldenabbaus und hoher Dividenden geprägt war, ist nun Offensive angesagt:

som DÜSSELDORF. Hin zu Investitionen und höheren Umsätzen, wie das vornehmlich zum Beispiel bei Technologietiteln der Fall ist. Das ist Meinung und Ergebnis der monatlichen Umfrage der US-Investmentbank Merrill Lynch bei knapp 300 internationalen Fondsmanagern mit einem verwalteten Vermögen von 945 Mrd. Dollar.

Mit 49 Prozent ist der Anteil der Fondsmanager, die Unternehmen zu mehr Investitionen drängen wollen, so hoch wie noch nie. „Die Aktionäre setzen die Firmen unter Druck, dass sie ihre Strategie der Vorsicht beenden und wieder mehr für ihr Wachstum tun“, sagt David Bowers, Chef-Investmentstratege von Merrill Lynch.

Grund für den Schwenk in Richtung Investitionen ist der aus Sicht der Fondsmanager fortgeschrittene Konjunktur- und Gewinnzyklus. In Europa und den USA stehen die großen börsennotierten Firmen vor ihrem zweiten Rekordjahr in Folge. Hinzu kommt, dass die amerikanische Notenbank den Leitzins kontinuierlich von einem auf vier Prozent angehoben hat – ebenfalls ein untrügliches Signal für den fortgeschrittenen Zyklus im Aktienmarkt. Üblicherweise ist ein Aufschwung erst von Kursgewinnen defensiver Substanzaktien, anschließend spekulativer Wachstumstitel geprägt.

In Deutschland haben mit SAP und Deutsche Telekom zuletzt zwei große Unternehmen die Offensive gesucht. Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hatte erklärt, im kommenden Jahr mehr als eine Milliarde Euro in Werbung, neue Tarife und Produkte zu stecken, um – auch auf Kosten der Gewinne – Wettbewerber zurückzudrängen. SAP-Chef Henning Kagermann will dem Wachstum Vorrang vor weiteren Gewinnzuwächsen geben. Auffällig ist aber, dass Aktionäre diese Philosophie bisher nicht honorierten. Beide Aktien verloren nach der Ankündigung an Wert.

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