Aktuelle Studie
Profis fordern transparente Zertifikate

Der Markt für Zertifikate wächst, aber er könnte stärker wachsen: Nach einer aktuellen Studie sehen Anleger ein Problem bei der Durchsichtigkeit von Zertifikaten. Dennoch rechnen manche Experten mit einem Wachstum des Marktes auf das Doppelte.

FRANKFURT. Der deutsche Zertifikatemarkt hat nach Einschätzung von Bankberatern und Vermögensverwaltern noch deutliches Wachstumspotenzial. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Emittenten die Transparenz ihrer Produkte verbessern. Das zeigt eine Umfrage der Steinbeis Hochschule Berlin und HSBC Trinkaus & Burkhardt in Kooperation mit dem Handelsblatt unter 145 Bankberatern und Vermögensverwaltern. 77 Prozent der Befragten sehen in einer höheren Transparenz den Schlüssel dafür, das Investitionsvolumen weiter zu steigern. Mehr als die Hälfte der Befragten plädiert zudem für ein kleineres Angebot, um die Kunden nicht zu verunsichern.

Zertifikate bilden mit Hilfe von Optionen die Wertentwicklung von Aktien, Indizes aber auch Rohstoffen ab. Im Schnitt stehen sie aktuell für ein Zehntel der Depotvolumina. In den nächsten drei Jahren wird sich dieser Anteil nach Auffassung der Portfolio-Entscheider auf 15 Prozent erhöhen (siehe "Aufholjagd"). Damit sind die Banker und Vermögensverwalter etwas zurückhaltender als die Emittentenvereinigung Derivate Forum. Nach Schätzungen des Verbands sind zurzeit knapp 80 000 Anlagezertifikate im Volumen von rund 120 Mrd. Euro im Umlauf. Bis Ende des Jahres soll dieser Wert auf 140 Mrd. Euro steigen; in drei Jahren soll sich der Markt dem Forum zufolge verdoppelt haben.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Emittenten vor allem bei institutionellen Kunden wie Vermögensverwaltern Überzeugungsarbeit leisten, die im Schnitt deutlich höhere Einlagen betreuen als die Banken. Denn bisher landen mehr als 90 Prozent der Zertifikate in den Depots von Privatanlegern. "Der Erfolg bei Vermögensverwaltern ist noch relativ gering, als strategisches Investment werden Zertifikate hier nur selten eingesetzt", gesteht Dieter Lendle, Geschäftsführer des Deutschen Derivate Instituts (DDI).

"Gerade namhafte freie Vermögensverwalter setzen Zertifikate nicht in großem Umfang ein", bestätigt Jürgen Lampe, Chef des unabhängigen Beratungshauses Firstfive, das Vermögensverwalter bewertet. Er erklärt dies damit, dass Zertifikate die Depots nur vordergründig beruhigten. Versteckte Gefahren wie das Emittentenrisiko oder ein bei stark schwankenden Märkten aktienähnliches Kursrisiko würden oft nicht deutlich erklärt.

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