Allianz-Fondstochter Degi bietet Investoren Mitspracherecht an
Fondshäuser legen Publikumsfonds für Profi-Anleger auf

In der Fondsbranche gleichen sich die Angebote für private und institutionelle Anleger zunehmend an. Denn privaten Anlegern wird in Form von Publikumsfonds immer häufiger der Zugang zu Spezialfonds geöffnet.

rez/rrl HB SPEYER. Jüngstes Beispiel: Die Allianz-Immobilienfonds-Tochter Degi legt Anfang November einen Publikumsfonds auf, der in europäische Immobilien investiert. Der Fonds wendet sich an vermögende Privatkunden und institutionelle Investoren. Die Mindestanlagesumme für den Degi Global Business beträgt 500 000 Euro, es gibt keinen Ausgabeaufschlag und eine mit 0,5 Prozent relativ niedrige Verwaltungsgebühr. Das Besondere: Mit Anlegern, die größere Summen investiert haben, will sich das Fondsmanagement über die Anlagestrategie unterhalten, was bei Publikumsfonds unüblich ist. Die Anlageentscheidungen fälle aber das Fondsmanagement, betonte Bärbel Schomberg, Geschäftsführerin von Degi, auf einer Veranstaltung in Speyer. Der Fonds werde zudem weniger Liquidität halten als üblich, was höhere Renditechancen ermögliche. Anleger müssen ihren Ausstieg aus dem offenen Immobilienfonds ankündigen, bevor sie ihr Kapital abzüglich eines Rücknahmeabschlags zurückbekommen. So sollen Liquiditätsengpässe vermieden werden.

„Wir haben den Fonds auf Grund der hohen Nachfrage von institutionellen und privaten Kunden entwickelt“, sagte Schomberg. Auch andere Fondshäuser wie SEB Immobilien-Investment oder Warburg-Henderson haben Immobilienspezialfonds in Publikumsfonds gewandelt. Der Trend hin zum Publikumsfonds hat mehrere Gründe: Für viele kleine Versicherungsgesellschaften, Altersvorsorgeeinrichtungen und Stiftungen ist die Mindestanlagesumme eines Spezialfonds zu hoch. Immobilienspezialfonds zielen auf etwa 300 Mill. Euro Anlagevolumen. Maximal 30 Anleger müssten dann selbst unter voller Ausnutzung der erlaubten Fremdkapitalquote im Durchschnitt fünf Mill. Euro anlegen. Vielen wäre damit die Möglichkeit genommen, innerhalb der vorgesehenen Immobilienquote im Portfolio zu diversifizieren. Die neuen internationalen Rechnungslegungsvorschriften nach IFRS verlangen, dass Anlagen in Spezialfonds komplizierter bilanziert werden als in Publikumsfonds. Für ausländische institutionelle Anleger bietet ein Publikumsfonds Steuervorteile gegenüber einem Spezialfonds.

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