Allianz Global Investors
Keine Riesterrente mehr bei Allianz-Tochter

Der Vermögensverwalter Allianz Global Investors stellt das Neugeschäft mit den staatlich geförderten Fondsprodukten ein. Als Grund nennt die Allianz-Tochter den zu geringen Absatz der Produkte. Experten sehen die Ursache dafür in der Unternehmensstruktur.
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FRANKFURT. Die Allianz-Fondstochter Allianz Global Investors (Allianz GI) wird vom 1. November an keine neuen Verträge für die staatlich geförderte Altersvorsorge nach Riester und Rürup mehr anbieten. "Die Zahl der abgeschlossenen Verträge hat unsere Erwartungen nicht erfüllt. Wir haben eine betriebswirtschaftliche Entscheidung getroffen", sagte ein Sprecher der Allianz GI. Im Bestand der Allianz GI gibt es bisher eine kleine fünfstellige Zahl an Riester-Fonds-Verträgen und eine dreistellige Zahl an Rürup-Verträgen.

Die bestehenden Verträge unter dem Namen "cominvest Riester-Förder-Depot" und "Allianz Fonds Basis-Rente" können nach Angaben von Allianz GI fortgeführt werden. Neue Verträge aus dem Konzern können Kunden künftig nur noch als Versicherung bei der Mutter Allianz bekommen.

Allianz GI ist damit künftig die einzige große Fondsgesellschaft in Deutschland ohne diese staatlich geförderten Produkte für die private Altersvorsorge. Branchenexperten sehen vor allem die Vertriebsstruktur bei Allianz GI und die Vergütung des Vertriebs als Grund für den geringen Absatz der Produkte. Seit dem Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank hat Allianz GI keinen hauseigenen Bankvertrieb mehr. Versicherungsvertreter verkauften lieber Versicherungen, die ihnen attraktivere Provisionen einbrächten als Fondsprodukte, sagt ein Fondsexperte.

Beim Allianz GI-Riester-Produkt wird der Vertrieb denn auch laufend entlohnt, während bei Riester-Versicherungen typischerweise in den ersten fünf Jahren die komplette Provision anfällt. Beim Rürup-Produkt der Allianz GI wurden zwar Versicherungsprovisionen bezahlt. Am Markt heißt es allerdings, die Allianz-Fondstochter habe für ihre Riester- und Rürup-Produkte nicht so stark werben dürfen wie für die entsprechenden hauseigenen Versicherungen.

Die allermeisten der mehr als 13 Millionen Riester-Renten am deutschen Markt sind Versicherungen, Fonds-Verträge gibt es 2,7 Millionen. Im Gegensatz zur Riester-Rente führt die als starr geltende Rürup-Rente mit gut einer Million Verträge ein Schattendasein.

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