Allianz-Tochter Pimco
Widerstand gegen „Justin Bieber des Anleihemarkts“

Bill Gross unter Druck: Die Performance des Star-Investors bleibt schwach. Kunden ziehen Geld ab. Hinzu kommt nun auch Kritik aus den eigenen Reihen. Der Gescholtene hält sich für einen „ziemlich coolen Typen“.
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Newport BeachBill Gross, Pimco-Gründer und Manager des weltgrößten Anleihefonds, muss sich nun auch mit Kritikern in den eigenen Reihen auseinandersetzen. Bei Sitzungen des Investmentausschusses im April und Mai sollen laut informierten Kreisen vier der sechs neuen stellvertretenden Investmentchefs bei Pimco die Einschätzung von Gross zur Konjunktur in Frage gestellt haben. Der Star-Investor beurteile die Wirtschaft zu pessimistisch, so die Kritik. Unter anderem soll sich Mark Kiesel, Leiter Unternehmensanleihen, kritisch geäußert haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Wer es in der Vergangenheit wagte, den großen Bill Gross zu kritisieren, wurde nicht selten mit Spott oder Schlimmerem bedacht. Im Januar dieses Jahres hatte der damalige Co-Chef Mohamed El-Erian seinen Rücktritt bei Pimco erklärt. Berichte über Streitigkeiten zwischen ihm und Gross, in denen der Pimco-Gründer als unnachgiebiger Autokrat erschien, warfen ein schlechtes Licht auf Firmenkultur und Führungsstil der Investmentgesellschaft. Gross geriet daraufhin selbst in die Kritik.

Pimco, eine Tochter der Allianz AG, reagierte auf El-Erians Rückzug mit der Ernennung von sechs stellvertretenden Investmentchefs, die abwechselnd die bisher von Gross geführten Sitzungen des Investmentausschusses leiten sollten. Zudem wolle die Fondsgesellschaft mehr Diskussionen zulassen, hieß es.

Die neuen Stellvertreter haben gute Gründe, ihre Meinung zu sagen: die meisten von ihnen, darunter Kiesel, Hypothekenexperte Daniel Ivascyn und Europa-Chef Andrew Balls, haben in diesem Jahr mit ihren Fonds gute Ergebnisse erzielt. Der 70-Jährige Gross hingegen hinkt mit seinem Hauptfonds zum dritten Mal in vier Jahren der Konkurrenz hinterher.

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