Analyse
Unternehmensanleihen werfen magere Renditen ab

Euro-Unternehmensanleihen stehen vor schwierigen Zeiten, erwartet Dietmar Zantke von der BW Asset Consult. Der Berater des BWK-Rentamax rechnet im kommenden Jahr mit steigenden Zinsen und dementsprechend mageren Renditen. „Durch die hohen Rohstoff- und Energiepreise und das stabile Wirtschaftswachstum gibt es viel Inflationspotenzial“, sagt Zantke

HAMBURG. Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank, hat auf die Preisentwicklung bereits reagiert und Anfang Dezember die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Zantke ist überzeugt, dass es zu weiteren Zinsschritten kommt: „Sonst hätten die Währungshüter gar nicht erst anfangen müssen.“ Steigende Leitzinsen führen in der Regel jedoch zu anziehenden Kapitalmarktzinsen, und das drückt auf die Kurse von Rentenpapieren. Bei gleich bleibenden Renditeabständen (Spreads) sind Unternehmensanleihen davon genauso stark betroffen wie staatliche Papiere.

„Die Spreads zwischen Staatspapieren und Firmenanleihen sind bereits so niedrig, dass sie nicht noch weiter sinken werden“, ist Zantke überzeugt. Von dieser Seite sei also keine Performance mehr zu erwarten. Der Fondsberater rechnet für 2006 darum für Unternehmensbonds nur mit einer Rendite von mageren drei Prozent. Auf die schwierigen Zeiten hat er sich bereits eingestellt und vor einigen Monaten begonnen, das Risiko im Portfolio des BWK-Rentamax systematisch zu senken. So verkürzte er die Laufzeiten und investierte noch stärker in Papiere mit bester Bonität, die weniger sensibel auf steigende Zinsen reagieren.

Allerdings: „Wenn das Chance-Risiko-Verhältnis stimmt, kann es auch mal eine Anleihe mit niedrigerem Rating sein“, sagt Zantke. Bis zu 20 Prozent seines Portfolios darf er in Hochzinsanleihen investieren. „Dieses Kontingent schöpfe ich aber nicht aus, aktuell sind rund fünf Prozent des Fondsvermögens in Hochzinsanleihen investiert“, so der Fondsberater. In diesem schwierigen Fahrwasser sei vor allem die sorgfältige Auswahl der Titel wichtig.

Bisher geht Zantkes Strategie auf: Im jüngsten Zwölfmonatsvergleich von Fonds mit Schwerpunkt bei Unternehmen mit bester Bonität liegt der BWK-Rentamax auf Rang eins (siehe Tabelle).

Auf Platz zwei liegt aktuell der Indexfonds iBoxx Euro Liquid Corporates von iShares der auf börsengehandelte Fonds spezialisierten Tochter von Barclays Global Investors. Allerdings dürften Indexfonds im kommenden Jahr an Boden verlieren. Schließlich bilden sie nur den Markt ab und werden mit ihm in die Tiefe gerissen. Der im März 2003 aufgelegte iBoxx Euro Liquid Corporates, der seit September 2005 iShares Euro Corporate Bond heißt, ist bislang der einzige börsengehandelte Fonds in Deutschland, der in Firmenbonds investiert. Seine Basis, der iBoxx Euro Liquid Corporates-Index, enthält 40 Anleihen von Firmen mit mittlerer bis sehr guter Bonität.

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