Analysemodelle stehen derzeit für Aktien auf Grün
Dachfonds-Manager vertrauen ihrem Computer

Olaf Eick-Johannes bevorzugt klare Verhältnisse. "Wenn ich von einer Branche oder Region nicht mehr überzeugt bin, wird die Position komplett aufgelöst und nicht schrittweise reduziert", sagt der Berater der Schweizer Finanzverwaltung Multi-Invest.

HAMBURG. In den vergangenen zwölf Monaten lag Eick mit dieser Politik goldrichtig. Das zeigt die Jahres-Auswertung von Feri Rating & Research von 184 flexibel gemanagten Dachfonds: Mit dem Top Trend AMI, dem Multi Invest Spezial OP und dem Multi Invest OP belegen gleich drei von ihm beratene Fonds die vordersten Plätze (Tabelle).

"Der Multi Invest OP investiert ausschließlich in Standardwerte aus Europa, Nordamerika und Japan und ist damit am konservativsten ausgerichtet", erläutert Eick. Mit dem ebenfalls bei Oppenheim Pramerica aufgelegten Schwesterfonds Multi Invest Spezial OP bevorzugt er dagegen Branchen- und Schwellenländerfonds. Der Top Trend AMI von Ampega Gerling ähnelt dem Multi Invest OP, mischt aber spezialisiertere Produkte bei.

Bei allen drei Fonds steuert der Fondsberater die Aktienquote über ein von ihm selbst entwickeltes mathematisches Modell: Es liefert Verkaufssignale, wenn die Wahrscheinlichkeit für sinkende Kurse auf über 50 Prozent steigt. Besonders drastisch waren diese Signale im April, so dass Eick sämtliche Aktienfonds binnen weniger Tage verkaufte. In den Folgemonaten stieg er zwar wieder ein, erhielt aber zum Jahresultimo erneut Verkaufssignale. Dies ließ die Kassenquote beispielsweise beim Top Trend AMI kurzfristig auf 74 Prozent steigen. "Mittlerweile ist sie aber wieder auf zehn Prozent gesunken", gibt Eick Entwarnung.

Während der Schweizer Berater Renten auf Grund des schlechten Umfelds derzeit gänzlich meidet, ist Joachim Tack mit vier Prozent seines Fondsvermögens in Anleihen investiert. Der Vorstand der Top Ten AG berät den viertplatzierten ASS Global, der in seiner Ausrichtung dem Top Trend AMI ähnelt. Wie Eick lässt auch Tack Emotionen bei seinen Anlageentscheidungen komplett außen vor. Er orientiert sich ausschließlich an der Bandbreite der Kursausschläge seiner Zielfonds, die ihm Kauf- oder Verkaufssignale liefern.

Im Frühsommer vergangenen Jahres führte dieses System ebenfalls zum kompletten Abbau der Aktienquote. Weil es im Dezember jedoch keine Ausschläge gab, blieb Tack anders als Eick mit 90 Prozent des Portfolios in Aktien investiert. Dies bescherte dem bei Veritas SG aufgelegten Fonds im Dezember mit 6,16 Prozent einen deutlich höheren Wertzuwachs als den drei Spitzenreitern. Die letzte Umschichtung datiert ebenfalls aus dem Dezember: Damals löste Tack nach der Ankündigung von Kapitalverkehrskontrollen seinen Thailand-Anteil auf.

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