Analystenmeinung
DWS sieht bei Energieaktien noch Chancen

Wenn es darum geht, Prioritäten zu setzen, fällt Daniel Balthasar die Wahl nicht schwer. "Der Energiesektor bietet im Augenblick bessere Chancen als der Rohstoffsektor", sagt der Manager des DWS Rohstofffonds.

HB HAMBURG. Deshalb rechnet Balthasar, der auch als Co-Manager des DWS Energiefonds und des DWS Invest Energy fungiert, bis auf weiteres nicht damit, mit seinem eigenen Fonds in den Ranglisten etwas Boden gut zu machen. Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 41 auf Rohstoff- und Energieaktien spezialisierten Branchenfonds liegt der DWS Rohstofffonds, für den Ölmultis wie BP, Exxon oder Total tabu sind, abgeschlagen auf dem drittletzten Platz (Tabelle).

"Viele Industrierohstoffe wie Kupfer notieren derzeit auf historischen Höchstständen, und eine Abkühlung ist absehbar", begründet Balthasar seine Einschätzung. Deshalb hat er den Anteil klassischer Bergbaukonzerne wie BHP Billiton zuletzt etwas zurückgefahren. Stattdessen setzt er wieder stärker auf Chemietitel wie Dow Chemical, Dupont oder Bayer, die in seinem Vergleichsindex MSCI World Materials immerhin mit knapp 40 Prozent fast doppelt so hoch gewichtet sind wie im DWS Rohstofffonds.

Zwar notiere inzwischen auch der Ölpreis auf einem historischen Hoch. Die Bewertung von in diesem Sektor tätigen Unternehmen hänge aber wesentlich davon ab, auf welchem Niveau der Preis langfristig gesehen werde. "Die meisten Analystenschätzungen gehen derzeit von 40 Euro pro Barrel aus", erläutert Balthasar und fügt hinzu: "Sollten es deutlich mehr sein, haben Ölaktien durchaus noch Potenzial." Dies gelte nicht nur für BP & Co, sondern auch für Explorationsunternehmen, Öl-Dienstleister im weitesten Sinne oder Firmen, die nicht-konventionelle Ölquellen wie Ölsände und-schiefer ausbeuten.

Ob Anleger, die diesen Trend ausnutzen wollen, bei der DWS oder überhaupt bei einem deutschen Anbieter gut aufgehoben sind, scheint angesichts der aktuellen Auswertung aber fraglich. Wie bereits in den Vormonaten dominiert der MLIIF World Energy von Merrill Lynch das Feld, gefolgt von anderen ausländischen Anbietern wie Invesco, ABN Amro oder der österreichischen Raiffeisen KAG.

Der Rückstand des als bestem deutschen Fonds auf Rang neun liegenden DWS Invest Energy auf den MLIIF World Energy beträgt im Dreijahres-Vergleich bereits neun Prozentpunkte pro Jahr. Gabriele Hartmann bricht dennoch eine Lanze für die deutschen Anbieter: "Sie sind meist etwas konservativer aufgestellt und haben dabei das relative Risiko stärker im Auge", sagt die Analystin des Münchener Beratungsunternehmens Fonds-Consult. Deshalb seien ihre Energiefonds von Korrekturen beim Ölpreis meist weniger betroffen. Dies gilt Hartmann zufolge vor allem für den aktuell mit einem Plus von 41,95 Prozent auf Rang 13 liegenden Dit-Energiefonds: "Dort sorgen die beigemischten Versorger-Titel für ein besonders gutes Risiko-Ertrags-Verhältnis."

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