Anbieter müssen Bedürfnisse des deutschen Finanzmarktes berücksichtigen
Wettlauf um die Führungsposition bei Hedge Funds beginnt

Die künftige Regulierung von Hedge Funds wurde von der Fachwelt ausdrücklich begrüßt. Mit Beginn des nächsten Jahres wird es möglich sein, Hedge Funds in Deutschland aufzulegen sowie in- und ausländische Hedge Funds als Single Hedge Funds im Wege des „Private Placement“ oder als Dach-Hedge Funds im „Public Marketing“ zu vertreiben. Was ist zu tun?

FRANKFURT. Der Gesetzgeber hat sich bei der Regelung der Hedge Funds nicht auf bestimmte Strategien festlegt. Bei Single Hedge Funds ist lediglich Voraussetzung, dass die Vertragsbedingungen eine Hebelwirkung durch Aufnahme von Krediten oder Einsatz von Derivaten und/oder Leerverkäufe vorsehen. Dachfonds für Hedge Funds, die nur in in- oder ausländische Hedge Funds investieren dürfen und eine allgemeine Streuungsgrenze von 20 % einhalten müssen, sind auch an Privatanleger vertreibbar. Welche Alternativen bestehen konkret, um auf dem deutschen Markt Hedge Funds aufzulegen und/oder zu vertreiben?

Die Auflegung von Hedge Funds bedingt bei einer bereits vorhandenen Kapitalanlagegesellschaft eine Erlaubniserweiterung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Es sollte in dem Erlaubniserweiterungsantrag dargelegt werden, wie Hedge Funds-Kapazität aufgebaut wurde. Der jeweilige Geschäftsleiter muss persönlich, aber vor allem auch fachlich geeignet sein, Hedge Funds oder Hedge Funds-Dachfonds aufzulegen und sollte über nachhaltige Erfahrung im Fonds-Management verfügen.

Die Organisation dieser Kapitalanlagegesellschaft muss so gestaltet sein, dass sie in ihrem bereits vorhandenen Organisationsaufbau das Hedge Funds-Management, -Controlling und die Hedge Funds-Risikomessung mit umfasst. Auch die sonstigen Organisationseinheiten der Kapitalanlagegesellschaft müssen auf das neue Geschäftsfeld ausgerichtet werden. Nach Erteilung der besonderen Erlaubnis kann der neue Hedge Funds aufgelegt werden und in den Vertrieb gehen.

Für eine neue Kapitalanlagegesellschaft wird eine GmbH oder AG gegründet und der Geschäftszweck abgestimmt. Das Kapital wird auf mindestens 730 000 € erhöht. Gleichzeitig beginnt die Suche nach Mitarbeitern und persönlich und fachlich geeigneten Geschäftsführern. Parallel dazu wird eine Bankerlaubnis, mit einem Geschäftsplan, Planbilanzen und Organisationshandbücher vorbereitet. Nach Erhalt der Bankerlaubnis und einer parallel dazu beantragten Genehmigung eines Fonds wird der erste Hedge Funds aufgelegt.

Es ist durch Outsourcing möglich, eine ganze Menge an Tätigkeit in Einheiten außerhalb der Kapitalanlagegesellschaft zu bündeln. Dies betrifft sogar die Tätigkeit des Fondsmanagements, das einem anderen beaufsichtigten Vermögensverwalter anvertraut werden kann, soweit dies nicht die Depotbank ist. So kann mit Hilfe eines gut funktionierenden IT-Programms und entsprechend qualifizierten Geschäftsleitern sowie Controllern eine Kapitalanlagegesellschaft relativ schlank aufgestellt werden.

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