Anbieter offener Produkte sichern Währungsrisiko ihrer Auslandsengagements ab
Immobilienfonds setzen auf Optionen

Die Anbieter offener Immobilienfonds prüfen den Einsatz von Optionen zur Währungssicherung. Das hat eine Umfrage des Handelsblatts unter den Immobilien-Investmentgesellschaften ergeben.

HB FRANKFURT/M. Hintergrund ist, dass das Investmentgesetz den Fondsmanagern vorschreibt, 70 Prozent der Währungsrisiken eines offenen Immobilienfonds absichern zu müssen. Viele Gesellschaften peilen jedoch in der Praxis weit höhere Quoten an. Die Absicherung von Währungsrisiken gewinnt für offene Immobilienfonds vor allem deshalb an Bedeutung, weil sie auf Grund der schwachen Situation auf dem hiesigen Immobilienmarkt immer mehr Gelder außerhalb des Euro-Raums investieren. Dabei wagen sie sich zunehmend auch nach Asien und Lateinamerika.

Der Einsatz von Devisenoptionen zur Absicherung des Währungsrisikos, das sie dabei eingehen, eröffnet ihnen dabei gegenüber den bisher eingesetzten Strategien Vorteile, vor allem auf der Kostenseite. Gleichzeitig erhöht sich aber auch das Risiko für die Anleger, weil die Anteilswerte auf Grund der komplexeren Bewertung von Optionen stärker schwanken.

Vorreiter beim Einsatz von Optionen ist die Commerz Grundbesitz-Investmentgesellschaft mbH (CGI), die im Jahr 2004 damit begann, Optionen auf das Pfund einzusetzen und inzwischen auch ihre Dollar-Positionen einbezieht. Zu den Investmentgesellschaften, die den Einsatz von Optionen prüfen, gehören die Degi Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds mbH, SEB Immobilien-Investment GmbH und die Credit Suisse Asset Management Immobilien Kapitalanlagegesellschaft mbH.

Die zur Sparkassen-Gruppe gehörende Deka Immobilien Investment, sowie Westinvest und die genossenschaftliche Difa prüfen derzeit, ob sich Einsatzmöglichkeiten ergeben. Ähnlich äußert sich die DB Real Estate, die "bei Prolongationen und Neugeschäft eine Absicherung über Optionen anschaut".

Optionen bieten im Unterschied zu reinen Devisentermingeschäften dem Fonds über das Absicherungsniveau hinaus in bestimmten Grenzen auch Gewinnchancen. Dafür sind die Einstandskosten höher. Deshalb und wegen des gleichzeitig höheren Risikos scheuen einige Fondsanbieter noch den Einsatz.

Die klassische Form der Absicherung stellt noch immer die Finanzierung mit Fremdkapital dar. In diesem Fall steht der Immobilie eine Kreditposition gegenüber, die die Währungsschwankungen im gleichen Maße mitmacht. Typischerweise werden Auslandsimmobilien zu 50 bis 70 Prozent über Fremdkapital abgesichert. Das Restrisiko wurde bislang allein über Devisentermingeschäfte abgedeckt.

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