Angeblich kein Liquiditätsmangel
Rating-Agentur Scope erhebt schwere Vorwürfe

Die Schließung des Immobilienfonds Grundbesitz-Invest der Deutschen Bank ist nach Ansicht der Ratingagentur Scope nur ein Vorwand, um die Immobilien aus dem Portfolio zu verkaufen.

HB FRANKFURT. „Die Deutsche Bank hat aus meiner Sicht dieses Szenario inszeniert“, sagte Scope-Expertin Alexandra Merz am Mittwoch zu Reuters. „Die wahre Motivation sind große Immobilien-Transaktionen.“

Die Deutsche-Bank-Fondstochter steht Merz zufolge unmittelbar vor dem Erhalt von rund 350 Millionen Euro aus dem Verkauf von drei Gebäuden an die australische Rubicon. Damit könne kein Liquiditätsmangel vorhanden sein.

Zudem ziehe der Immobilienmarkt nach Jahren der Flaute wieder an. „Es hat in Deutschland noch nie so viele Immobilienverkäufe gegeben wie 2005“, sagte die Fonds-Expertin. Darüber hinaus könne es nicht sein, dass die DB Real Estate, die immer stark auf Transparenz gesetzt und Verkehrswerte veröffentlicht habe, nun plötzlich von der Wertentwicklung der Immobilien im Fonds überrascht sei. „Ich gehe wirklich davon aus, dass - wenn es zu Abwertungen kommt - Immobilienpakete zum Verkauf geschnürt werden.“

Merz warnte davor, alle offenen Immobilienfonds in einen Topf zu werfen. „Für mich ist dieses Produkt keineswegs tot“, sagte die Expertin. „Wenn es jetzt allerdings zu einem Run aus den Fonds kommt, dann könnten andere in Schieflage geraten.“

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