Angebote mit Osteuropa- und Skandinavien-Anteil liegen vorn
Währungsgewinne beflügeln Europa-Rentenfonds

Gerhard Matkovits und Manfred Huber sitzen nah am Markt: Die beiden Fondsmanager der Euram Bank betreuen den von Österreichs Bawag P.S.K. aufgelegten Europportunity Bond von Wien aus. Rund 40 Kilometer weiter östlich beginnt das Anlageuniversum des Fonds, mit dem das Duo überwiegend in Euro-Anleihen der europäischen Konvergenzländer investiert. Dabei bewiesen sie in den vergangenen zwölf Monaten ein geschicktes Händchen

HAMBURG. Die aktuelle Auswertung der Analysegesellschaft Feri Rating & Research belegt: Mit einem Zwölf-Monats-Plus von 2,35 Prozent zum Stichtag 31. Juli ist das Bawag-Produkt Klassenbester (Tabelle). Allerdings kam der Renditeschub nicht aus dem östlichen Europa. "Der Fonds profitierte stark von der kräftigen Aufwertung der schwedischen Krone, in der wir aktuell mit 30 Prozent des Portfolios investiert sind", erläutert Matkovits. Zudem weise rund ein Viertel des Portfolios eine variable Verzinsung auf, was sich angesichts der bis Juni dieses Jahres steigenden Zinsen bewährt habe. Auch die hohe Gewichtung von Nullzinsanleihen mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr habe sich ausgezahlt.

Im Juli war die geringe Kapitalbindungsdauer der im Fonds gehaltenen Papiere allerdings von Nachteil. "Kursgewinne gab es vor allem bei Langläufern", begründet Matkovits das im Sektorvergleich schwache Monats-Plus von lediglich 0,18 Prozent. Ein weiterer Grund für den jüngsten Performance-Rückstand liegt darin, dass die Euram-Manager Papiere mit einer hohen Bonität bevorzugen: Mit der Rating-Höchstnote AAA versehene Anleihen stellen aktuell mit 52 Prozent den Löwenanteil am Portfolio. Auf regionaler Ebene bilden osteuropäische Unternehmensanleihen - bevorzugt von Banken - mit 60 Prozent das Schwergewicht. Anleihen in türkischer Lira sind den Fondsmanagern aber zu riskant.

Vom höheren Risiko dieses Marktes lässt sich René Christoffersen nicht abschrecken. Der Manager des Adig Adiropa berücksichtigt die türkische Währung derzeit mit 3,6 Prozent. Auch sonst unterscheidet sich die Zusammensetzung seines Fonds stark vom Euroopportunity Bond: So hält Christoffersen kaum Unternehmensanleihen, mit einem Anteil von zwei Prozent ist die schwedische Krone zudem weitaus niedriger gewichtet. Der Cominvest-Manager streut die Fremdwährungspositionen dafür wesentlich breiter über acht Länder und ist unter anderem auch in britischen Pfund investiert. Im Juli kam ihm diese Streuung zugute und bescherte dem Fonds einen überdurchschnittlich hohen Wertzuwachs von 2,11 Prozent. "Außer in der Türkei und Großbritannien gab es auch in Ungarn, Polen und Island Währungsgewinne", so Christoffersen.

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