Angst vor Risiken
Privatanleger machen bei ETFs Kasse

Viele private Anleger zogen sich zuletzt vor allem aus Schwellenländer- und Rohstoff-ETFs zurück. Verantwortlich dafür dürften erneute wirtschaftliche und politische Risiken sein, so die Börse Stuttgart.
  • 0

FrankfurtAngesichts zunehmender Unsicherheit haben viele private Anleger zuletzt bei börsennotierten Indexfonds (ETFs) Kasse gemacht. Vor allem ETFs auf Schwellenländer-Aktien und Rohstoffe wurden aus den Portfolios aussortiert, wie eine Statistik der Börse Stuttgart am Dienstag zeigte. "Die wieder aufkeimenden wirtschaftlichen, aber vor allem politischen Risiken dürften der Hauptgrund gewesen sein, warum die Anleger ihre Positionen weiter reduzierten", begründete die Börse die Entwicklung bei Schwellenländer-ETFs. Besonders stark verkauft wurden weltweit investierende Schwellenländer-ETFs wie der iShares MSCI Emerging Markets und der db x-trackers MSCI Emerging Markets TRN.

Aus Rohstoff-Fonds haben Anleger der Börse zufolge Geld abgezogen, nachdem die Preise für Gold, Silber und Öl deutlich gefallen waren. Davon betroffen waren vor allem der RBS Market Access Jim Rogers International Commodity Index und der db x-trackers DBLCI - OY Balanced.

Die Stimmung für den deutschen und europäischen Aktienmarkt war der Börse zufolge ausgeglichen. "Allerdings ist diese Ausgewogenheit vor allem auf kurzfristig orientierte Anleger zurückzuführen", hieß es von der Börse. Diese hätten sich sowohl für steigende als auch weiter fallende Kurse positioniert und damit keinen eindeutigen Trend erkennen lassen. Für dieses schnelle Taktieren nutzten sie vor allem den db x-trackers Short Dax. Dieser Fonds war an der Börse Stuttgart in der vergangenen Woche der meistgehandelte und verwies damit den üblichen Umsatz-Tabellenführer iShares Dax (DE) auf den zweiten Platz.

Das kurzfristige Taktieren vieler Anleger und der Ausverkauf durch längerfristig orientierte Investoren belebten den Handel. An der Börse Stuttgart kauften und verkauften Anleger in der vergangenen Woche Anteile börsennotierter Indexfonds im Wert von rund 160 Millionen Euro. Das war deutlich mehr als der bisherige Wochendurchschnitt 2012, der sich auf 104 Millionen Euro beläuft, und der bislang zweithöchste Wochenwert des Jahres. Den höchsten Wochenumsatz mit ETFs verbuchte die Börse Mitte März, als viele Anleger nach dem Ende der Dax-Rally Gewinne mitnahmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Angst vor Risiken: Privatanleger machen bei ETFs Kasse"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%