Anlagebetrug: S&K-Fonds beantragen Insolvenz

Anlagebetrug
S&K-Fonds beantragen Insolvenz

Nach der Insolvenz einer Partnerfirma haben auch alle sechs Immobilienfonds der Frankfurter S&K-Gruppe ein Insolvenzverfahren beantragt. Die Chancen der Anleger auf eine Rückzahlung stehen schlecht.
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DüsseldorfAlle sechs Immobilienfonds der Frankfurter S&K-Gruppe haben Insolvenz angemeldet. Das bestätigte der Hamburger Rechtsanwalt Michael Kuleisa von der Kanzlei Schwemer, Titz & Tötter der Online-Ausgabe des „Manager Magazins“.

Kuleisa ist als Insolvenzverwalter für Firmen der United Investors Gruppe tätig, die bereits im März Insolvenz beantragt hatte. United Investors war der wichtigste Partner von S&K. Das Hamburger Unternehmen hatte die fraglichen sechs Pleitefonds in Kooperation mit S&K auf den Markt gebracht.

Laut dem „Manager Magazin“ hatten die Anleger insgesamt rund 105 Millionen Euro in die Fonds „Deutsche S&K Sachwerte“, „Deutsche S&K Sachwerte 2“, „Deutsche S&K Sachwerte 3“, „S&K Investment“, „S&K Investment Plan“ sowie „S&K Real Estate Value Added“ eingezahlt. Die Möglichkeit einer Rückzahlung sieht Rechtsanwalt Marc Gericke von der Kanzlei Göddecke aus Siegburg seit den Insolvenzen der Fonds nicht.

Die Meldungen zur Immobiliengruppe S&K hatten im Februar die Schlagzeilen dominiert. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt war mit 1200 Fahndern ausgerückt, hatte 130 Standorte untersucht und mindestens sechs Personen in Haft genommen. Die Staatsanwaltschaft vermutet hinter dem Geschäftsgebaren ein sogenanntes Schneeballsystem. Dabei werden die Gelder der Anleger gar nicht investiert, sondern neue Einzahlungen genutzt, um die Ausschüttungen an alte Gläubiger zu bezahlen.

Das Hamburger Fondshaus United Investors hatte unter anderem den Fonds „Deutsche S&K Sachwerte 2“ vertrieben. Dieser investierte nicht direkt in Immobilien, vielmehr wurde mit dem Geld der Anleger ein Darlehen an ein S&K-Tochterunternehmen gezahlt. Dessen Investitionen sollten dann „im weitest gehenden Zusammenhang mit Immobilien“ stehen.

Sebastian Schaal
Sebastian Schaal
Handelsblatt Online / Redakteur
Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

Kommentare zu " Anlagebetrug: S&K-Fonds beantragen Insolvenz"

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  • Es ist zu vermuten, daß ein Teil der Anleger Schwarzgeld angelegt haben. Dies war den Fondinitiatoren bekannt. So würde im Insolvenzfall keine Anzeige erfolgen, da dann noch die Steuer und die Strafen fällig wären.

  • Was wäre passiert, wenn der Staat der bzw. ein Anleger gewesen wäre? Und sind nicht alle Anleger ein Teil des Staates....?

  • liebe/r tokchii, danke sie sprechen vielen aus dem Hirn und Herz...! Aus Erfahrung mit ähnlich gelagerten Fällen kann ich ihnen versichern, das es nach drei jahren Haft für die Jung`s wieder aufwärts gehen wird ..., denn die DUMMHEIT und Gierigkeit kann und wird nie bei dem Menschen aufhören, da Genbehaftet...!
    Beste Grüße und immer sehr,sehr VORSICHTIG ... wer sein Geld anderen anvertrauen möchte!
    B.Goebel

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