Anlagebetrug S&K-Fonds beantragen Insolvenz

Nach der Insolvenz einer Partnerfirma haben auch alle sechs Immobilienfonds der Frankfurter S&K-Gruppe ein Insolvenzverfahren beantragt. Die Chancen der Anleger auf eine Rückzahlung stehen schlecht.
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Mit einer bundesweiten Razzia im Februar ist die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen eine Bande mutmaßlicher Anlagebetrüger vorgegangen. Im Zentrum der Ermittlungen steht die S&K-Gruppe. Quelle: dpa

Mit einer bundesweiten Razzia im Februar ist die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen eine Bande mutmaßlicher Anlagebetrüger vorgegangen. Im Zentrum der Ermittlungen steht die S&K-Gruppe.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAlle sechs Immobilienfonds der Frankfurter S&K-Gruppe haben Insolvenz angemeldet. Das bestätigte der Hamburger Rechtsanwalt Michael Kuleisa von der Kanzlei Schwemer, Titz & Tötter der Online-Ausgabe des „Manager Magazins“.

Kuleisa ist als Insolvenzverwalter für Firmen der United Investors Gruppe tätig, die bereits im März Insolvenz beantragt hatte. United Investors war der wichtigste Partner von S&K. Das Hamburger Unternehmen hatte die fraglichen sechs Pleitefonds in Kooperation mit S&K auf den Markt gebracht.

Laut dem „Manager Magazin“ hatten die Anleger insgesamt rund 105 Millionen Euro in die Fonds „Deutsche S&K Sachwerte“, „Deutsche S&K Sachwerte 2“, „Deutsche S&K Sachwerte 3“, „S&K Investment“, „S&K Investment Plan“ sowie „S&K Real Estate Value Added“ eingezahlt. Die Möglichkeit einer Rückzahlung sieht Rechtsanwalt Marc Gericke von der Kanzlei Göddecke aus Siegburg seit den Insolvenzen der Fonds nicht.

Die Meldungen zur Immobiliengruppe S&K hatten im Februar die Schlagzeilen dominiert. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt war mit 1200 Fahndern ausgerückt, hatte 130 Standorte untersucht und mindestens sechs Personen in Haft genommen. Die Staatsanwaltschaft vermutet hinter dem Geschäftsgebaren ein sogenanntes Schneeballsystem. Dabei werden die Gelder der Anleger gar nicht investiert, sondern neue Einzahlungen genutzt, um die Ausschüttungen an alte Gläubiger zu bezahlen.

Das Hamburger Fondshaus United Investors hatte unter anderem den Fonds „Deutsche S&K Sachwerte 2“ vertrieben. Dieser investierte nicht direkt in Immobilien, vielmehr wurde mit dem Geld der Anleger ein Darlehen an ein S&K-Tochterunternehmen gezahlt. Dessen Investitionen sollten dann „im weitest gehenden Zusammenhang mit Immobilien“ stehen.

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7 Kommentare zu "Anlagebetrug: S&K-Fonds beantragen Insolvenz"

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  • Es ist zu vermuten, daß ein Teil der Anleger Schwarzgeld angelegt haben. Dies war den Fondinitiatoren bekannt. So würde im Insolvenzfall keine Anzeige erfolgen, da dann noch die Steuer und die Strafen fällig wären.

  • Was wäre passiert, wenn der Staat der bzw. ein Anleger gewesen wäre? Und sind nicht alle Anleger ein Teil des Staates....?

  • liebe/r tokchii, danke sie sprechen vielen aus dem Hirn und Herz...! Aus Erfahrung mit ähnlich gelagerten Fällen kann ich ihnen versichern, das es nach drei jahren Haft für die Jung`s wieder aufwärts gehen wird ..., denn die DUMMHEIT und Gierigkeit kann und wird nie bei dem Menschen aufhören, da Genbehaftet...!
    Beste Grüße und immer sehr,sehr VORSICHTIG ... wer sein Geld anderen anvertrauen möchte!
    B.Goebel

  • Keinen Überblick, keinen Durchblick, aber dafür am billigsten, am besten, am profitabelsten Produkt interessiert. Beratungsresistent. S&K hatte dass gut erkannt. Warum beschweren sich dann deren Kunden. Sie erhalten dass, was Sie wollen. Einen ungedeckten Scheck auf eine unsichere Zukunft.
    Leider wird ja in den Medien jeder Finanzdienstleister niedergemacht. Kunden ignorieren dadurch jede Beratungsleistung, jeden wohlmeinenden Hinweis ("...der hat dieses Angebot wohl nicht!"). MfG Ein gefrusteter FDL

  • Lieber Euro,

    Ich gebe Ihnen weitestgehend recht, ist ne realistische Perspektive, was Sie da beschreiben. Allerdings haben Sie versäumt zu erklären, wie ein normaler Mensch so eine Art der Liquiditätsbeschaffung mit seinem Gewissen vereinbaren soll. Ohne psychopathische ( aktuell nennt man das in Insiderkreisen anti-sozial) Charakterzüge geht das nämlich nicht.
    Ich kann doch nicht, egal wie exclusiv mein Marketing ist, von Leuten Geld einsammeln nur um es mir anzueignen. Und für meine eigenen Vergnügungen und meinen superteuren Lifstyle ausm Fenster zu werfen. Und dann sagen, oops, Sorry, bin Pleite, Leute, und Euer Geld ist futsch, nix mehr übrig, selber Schuld, wenn Ihr so naiv wart, sparen zu wollen.
    Also, ich kann das nicht. Ich weiß zwar schon, dass in Deutschland "Enteignung" ein probates Mittel der Bereicherung, leider bis heute, nicht nur bei den Reichsprogromen, darstellt, aber ich finde unsere FDG, genauso wie das GG, ganz ok. Ich halte mich auch daran. Und da kann man nicht so einfach so "asozial" (Ausdruck erfunden im dritten reich) sein und so sein Geld verdienen und so leben wie die S&K Jungs. Ich finde, derartige menschenähnliche Gestalten gehören für immer weggesperrt. Sie erkennen weder GG noch FDG an und werden sich wohl in ihrer Persönlichkeit auch nie ändern, sonst hätte es inzwischen eine öffentliche Stellungnahme der Herren gegeben. Leider kommt aber nur eine Meldung über die Insolvenz. Ich glaube im übrigen nicht, dass ein Entzug ( ich nehme an es sind Kokain und Dopingstuff wie z. B. Testosteron, im Spiel) mit anschließender Therapie an der Persönlichkeitsstruktur etwas ändern würden/werden.
    Und das sind die " tollen deutschen Männer", für mich sind sie gefährlich für die Allgemeinheit, und zwar aus zweierlei Gründen: 1. wer "get Rich Or die trying" zum Lebensmotto erklärt, ist jugendgefährdend. 2. wer so Geschäfte macht, begeht Kapitalverbrechen.

  • Die Anleger sind dabei alles zu verlieren. Nun kommen die Parasiten von "Verbraucherschutzanwälten" und nehmen den Menschen Geld dafür ab, dass sich die "Wahrscheinlichkeit das Geld zu retten" in Luft auflöst. Zudem wir die letzte Kohle an den Insolvenzverwalter, und das nicht zu knapp. Aber der Anleger wird ja gerne ausgebeutet.

  • S&K - ja, man sollte sein Auto nicht falsch parken, oder gar das Tempolimit ueberschreiten. Dies wird alles stark ueberwacht, mit herben Konsequenzen. Vielleicht besser morgen einen S&K Nachfolger gruenden, die (meist geringen) Strafen nach Aufdeckung der Sache absitzen und danach von etwaigen Ersparnissen von der Sache leben. Gibt nicht mal Punkte in Flensburg.

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