Anlagebetrug

S&K-Schaden ist fast doppelt so hoch

Den mutmaßlichen S&K-Anlagebetrügern war nichts zu protzig. Doch die bei ihnen beschlagnahmten Vermögenswerte decken wohl höchstens ein Fünftel des angerichteten Schadens ab - schlechte Nachrichten für die Anleger.
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Die S&K-Gründer Stephan Schäfer und Jonas Köller liebten ausschweifende Partys. Quelle: WirtschaftsWoche

Die S&K-Gründer Stephan Schäfer und Jonas Köller liebten ausschweifende Partys.

(Foto: WirtschaftsWoche)

FrankfurtDer von den mutmaßlichen Anlagebetrügern um die Frankfurter Immobiliengruppe S&K angerichtete Schaden ist möglicherweise fast doppelt so hoch wie bislang angenommen. Es könne sich durchaus um bis zu 200 Millionen Euro handeln, sagte die Frankfurter Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Bislang war in dem extrem komplexen Verfahren mit rund 10.000 getäuschten Anlegern von rund 105 Millionen Euro Schaden die Rede gewesen.

Die Ermittler haben zudem den Schätzwert der von ihnen arrestierten Vermögensgegenstände auf rund 40 Millionen Euro hochgesetzt, aus denen Gläubiger befriedigt werden können. Das wäre ein Fünftel der nun angenommenen Schadenssumme. Im Bundesanzeiger wurden im September die Vermögenswerte von zwölf namentlich genannten Beschuldigten aufgelistet, darunter die mutmaßlichen Haupttäter und Firmengründer Jonas Köller und Stephan Schäfer. Auf der umfangreichen Liste finden sich neben Bargeld, Grundstücken und Bankguthaben auch Sachwerte wie Goldbarren, Fahrzeuge und hochwertige Uhren.

Auch rund zehn Monate nach den Razzien und Festnahmen bei der S&K sowie rund 150 verbundenen Firmen sitzen acht Beschuldigte noch in Untersuchungshaft. Die eigentlich nach sechs Monaten anstehende Haftprüfung durch das Oberlandesgericht Frankfurt steht laut Staatsanwaltschaft noch aus. Vor allem Schäfer dürfte nach seinem Fluchtversuch im September, bei dem er sich schwer verletzte, nur geringe Aussichten auf eine Entlassung haben. Für ihn und die übrigen haben die Staatsanwälte Verdunkelungsgefahr geltend gemacht.

Die Staatsanwaltschaft verwies auf die extrem aufwendigen Ermittlungsarbeiten unter anderem zum Nachweis der Finanzströme in dem Firmennetz. Mit einer Anklage sei frühestens im Sommer 2014 zu rechnen. Neben den Inhaftierten gibt es noch ein Mehrfaches an weiteren Beschuldigten.

Anlegerbetrug mit Schneeballsystem
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9 Kommentare zu "Anlagebetrug: S&K-Schaden ist fast doppelt so hoch"

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  • Nutten im gleichen Satz zu nennen ist nicht ganz fair ;-) Sie bringen immerhin einen Lustgewinn, sorgen mit ihrem Lebenswandel entweder (a) nach Prinzip "Carpe Diem" für fröhlichen Umsatz in den Branchen Luxusgüter (Designer-Klamotten), Auto (Audio Q5 oder ähnlich), Immobilien (Haus für die unehelichen Kinder vom Prolethen-Investment-Banker) und damit für Wachstum der Inlandsnachfrage oder (b) versorgen sogar noch zwei, drei weitere Familien-Mitglieder oder Verwandte und sorgen sogar bei Sicherheitsbehörden ggf. Arbeit (Beobachten, Dokumentieren, Bespitzeln, Beschweren, Empören)
    und stehen sehr gering unter Verdacht, eine neues Wertpapier oder Fond unter einem Schneeball-System zu betreiben.

  • Stimmt!

  • Das Geld der Anleger ist nicht weg. Es ist jetzt bei Nutten und Anlageberatern. Fragen Sie doch einmal Ihren Berater, ob er überhaupt in der Lage war und ist, derart komplexe Systeme zu durchschauen. 99% der sogenannten Berater sollten die ersten beiden Buchstaben aus ihrer "Berufsbezeichnung" streichen. Das wäre fair gegenüber den Kunden.

  • Der "erfolgreiche" Betrüger betrügt so, dass der Betrug erst erkannt wird, wenn es zu spät ist.
    Deshalb gehören "erfolgreiche" Betrüger, falls man sie überhaupt erwischt, lebenslang in den Gulag.

  • Immerhin eine Quote von 20%.
    Da wären viele Anleger die ihr Geld in Öko- und Solaranleihen oder -aktien investiert haben, neidisch drum. Da liegt die Quote nämlich in den meisten Fällen weit unter 10% oder es ist gar alles weg.

  • Es gibt sicherlich Faelle, wo der Betrug nicht so offensichtlich ist. Aber hier musste man (bewusst?) wegsehen, um ihn nicht zu sehen

  • Sich bloß nicht mal selber über Geldanlage informieren! Bloß nicht mal selbst ein paar Aktien (gerne von deutschen Unternehmen um die uns die ganze Welt beneidet) aussuchen und ins Depot legen!! "Aktien" igittegitt!Da muss man sich ja mal selber was aussuchen und selber entscheiden!! Nein, bloß nicht!!! Da pumpen diese ganzen Zahnärzte, Architekten Besser-Verdiener lieber Ihr ganzes Geld auf das Konto solcher Vögel in den Grauen Kapitalmarkt!! Klasse!!!! "Dummes Deutsches Geld" nennt man weltweit die vielen, vielen Anlage-Milliarden, die unsere Landsleute regelmäßig und ohne Ende, versenken! P.S, wenn ich Geld versenke, dann bitte auf eigene Entscheidung und eigene Verantwortung!

  • Die Geldgierigen Anleger haben noch zu wenig verloren.Es ist gut wenn dessen Gier auch mal etwas Vermögen in andere Taschen wandern lässt.Nur diese Gier bringt diesen Anlagebetrügern das Geld in die Kassen.Erst Zocken auf Deubel komm raus.Und hinterher jammern weil sie betrogen wurden.Wenn wir nicht so Geldgeile Säcke hätten,gäbe es auch keine Anlagenbetrügereien.

  • Meine Guete. Gestern habe ich falsch geparkt und die Politesse war sofort da. Warum bestraft niemand die fehlende/langsame Aufsicht bei solchem Betrug? Oder gibt es dafuer keine "Politessen"?

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