Anlagebranche geht mit neuen Produkten auf Wachstumskurs

Fonds + ETF
Anlagebranche geht mit neuen Produkten auf Wachstumskurs

Die Fondsbranche in Deutschland und Frankreich atmet parallel zu den Kurserholungen an den Börsen auf. Das wird aus den Äußerungen von Vertretern der nationalen Fondsverbände deutlich. In Deutschland konzentrieren sich die Hoffnungen für das laufende Jahr auf die Effekte des gerade in Kraft getretenen Investmentmodernisierungsgesetzes, insbesondere die neu zugelassenen Hedge-Funds.

ina/ali FRANKFURT/PARIS. Axel Benkner, Sprecher des Vorstands des deutschen Fondsverbandes BVI, sagte auf einer Pressekonferenz, dass er dank des neuen rechtlichen Rahmens auf die Etablierung der Hedge-Funds als neue Vermögensform hofft. Mit den ersten Produktzulassungen durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) rechnet er im März.

Die deutsche Branche will in dieser Woche einen eigenen Gesetzentwurf für weitere Reformen in der Altersvorsorge vorlegen, die die Riester-Rente vereinfachen und die betriebliche und private Alterssicherung kombinierbar machen soll. Der BVI knüpft mit seiner Initiative an den Entwurf zum Alterseinkünftegesetz an, der sich derzeit im parlamentarischen Verfahren befindet.

Im vergangenen Jahr stabilisierten sich die Nettokäufe von Aktienfonds bei 3,7 (2002: 4,0) Mrd. Euro. Rentenfonds fanden mit 8,8 (+0) Mrd. Euro deutlich mehr Interesse. Geldmarktfonds fielen auf 4,2 (8,5) Mrd. Euro zurück. Bei offenen Immobilienfonds sanken die Nettokäufe leicht auf 13,7 (14,9) Mrd. Euro. Insgesamt sammelten Publikumsfonds netto 31,9 (27,4) Mrd. Euro ein.

Per Ultimo 2003 verwaltete die heimische Branche die Rekordsumme von 954 Mrd. Euro in Investmentfonds, davon 436 Mrd. Euro in Publikumsfonds.

Zur gesamten Branchenperspektive sagte Benkner: „Deutschland bleibt der Wachstumsmarkt.“ Mit einem Pro-Kopf-Fondsvermögen von knapp 5 200 Euro liege Deutschland beispielsweise hinter Frankreich mit knapp 15 000 Euro und der USA mit fast 21 000 Euro und verfüge aus diesem Grund über großes Aufholpotenzial.

Trotz höherer Sättigung stiegen allerdings auch bei unserem westlichen Nachbarn im Jahr 2003 die verwalteten Gelder – und zwar um mehr als ein Zehntel auf 1 575 Mrd. Euro. Davon entfallen 975 Mrd. Euro auf Publikumsfonds. Demnach bleibt Frankreich der größte Fondsmarkt Europas.

Dennoch blickt die französische Branche mit gewissem Neid nach Deutschland, wo sich offene Immobilienfonds bei den Anlegern gerade in unsicheren Börsenzeiten großer Beliebtheit erfreut haben. Der französische Verband will daher den eigenen Gesetzgeber noch in diesem Jahr dazu bewegen, diesen Fondstyp auf dem Inlandsmarkt zuzulassen.

In einem Punkt hat Frankreich schon nachgezogen: Ähnlich wie in Deutschland stehen auch dort Hedge-Funds vor ihrer Einführung. Basis ist hier das Finanzmarktgesetz vom August 2003. Für den Fondsverband AFG stellt der „Hedge-Fund à la francaise“ eine wichtige Produktinnovation dar. Diese Fonds unterliegen in ihrer Anlage praktisch keinerlei Vorschriften. So sind beispielsweise Leerverkäufe erlaubt.

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