Anlagehäuser
Kleine Fondsanbieter vor dem Aus

Die vorwiegend auf institutionelle Investoren ausgerichteten Anlagehäuser geraten in bedrohliche Schwierigkeiten. Nach einer Umfrage des Analysehauses Finanzresearch erwartet die Branche, dass in den nächsten fünf Jahren zehn der insgesamt 36 Unternehmen ihre Lizenz abgeben, weil Einnahmen wegbrechen und die Margen zu gering sind.

FRANKFURT. "Etliche Vertreter der Anlagegesellschaften nannten auch höhere Zahlen", sagt Frank Mühlbradt, Analyseleiter bei Finanzresearch.

Es geht um auf Wertpapier-Spezialfonds fokussierte Kapitalanlagegesellschaften deutschen Rechts und einen Markt von rund 600 Mrd. Euro. Die auf institutionelle Investoren wie Pensionskassen oder Versicherungen zugeschnittenen Spezialfonds der Gesellschaften sind weit margenärmer als die Publikumsfonds für Privatanleger. Mühlbradt ermittelte als durchschnittliche Managementgebühr für das vergangene Jahr rund 0,19 Prozent des Fondsvermögens oder branchenweit etwas mehr als 1,1 Mrd. Euro. Bei Publikumsfonds vereinnahmen die Anbieter dagegen einen viel höheren Anteil des Anlagekapitals.

"Der ökonomische Druck durch sinkende Vermögen in der Finanzkrise steigt, die Margen sinken zusätzlich durch den wachsenden Anteil preiswerter Indexanlagen in den Fonds", sagt Hans-Jürgen Dannheisig, Geschäftsführer von Kommalpha Institutional Consulting. Mühlbradt erwartet auch, dass krisenbedingt "die Einnahmen aus erfolgsabhängigen Gebühren abrutschen". Manche überlebten "nur durch Quersubventionierungen von den Publikumsfonds", sagt Dannheisig. Doch die wollen viele Anbieter nicht aufrecht erhalten.

Bereits in den vergangenen Jahren "haben sich die Marktanteile dramatisch verschoben und sind für viele Anbieter existenzbedrohend geworden", sagt Mühlbradt. Mehr als 1 300 der insgesamt knapp 4 000 Spezialfonds haben seiner Beobachtung nach ein Kapital von weniger als 50 Mio. Euro. "Das bringt viel Arbeit und oft wenig Nettoertrag", resümiert Mühlbradt. Dann schlagen die Kosten einer Anlagegesellschaft schnell zu Buche. "Sie kostet mindestens einen einstelligen Millionenbetrag pro Jahr", sagt ein Branchenkenner.

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