Anlagepolitik
Offene Immobilienfonds bessern Rendite mit Logistikanlagen auf

Lager- und Distributionsflächen werfen höheren Gewinn ab als Bürogebäude und Einkaufszentren.

DÜSSELDORF. Das Interesse offener Immobilienfonds an Lager- und Distributionsflächen wächst. Das ergab eine Umfrage des Handelsblatts unter den fünf größten deutschen Publikumsfondsgesellschaften. Wesentlicher Grund: Logistikimmobilien werfen höhere Renditen ab als Bürogebäude und Einkaufszentren.

So kündigt Willi Alda, Chef der Deka Immobilien Investment GmbH, an, die Logistikquoten an den Gesamtflächen der Publikumsfonds Deka-Immobilienfonds (aktueller Anteil: 5,8 Prozent), Deka-Immobilien-Europa (3,1 Prozent) und Deka-Immobilien-Global (0 Prozent) hochzufahren. „Hierzu werden national und international Standorte geprüft, vorwiegend in großen Verdichtungsräumen, zum Beispiel Rhein-Main, Rhein-Ruhr, Randstad Holland, Paris und Madrid“, spricht Alda für die Sparkassen-Fonds.“

„Die Logistikanteile sowie die Anteile an Hotelimmobilien und Handelsflächen sollen erhöht werden“, beschreibt Tim-Oliver Ambrosius, Sprecher der DB Real Estate die Anlagepolitik für Grundbesitz-Invest und Grundbesitz-Global. Zu den Nettosollmieterträgen, also den erwarteten Mieteinnahmen, tragen Lager- und Verteilflächen zurzeit 3,7 beziehungsweise zwei Prozent bei. Ihre Anteile an den Flächen sind mit 11,1 und 3,7 Prozent wesentlich höher.

Noch kein Logistikobjekt im Portfolio haben die Fonds der Difa Deutsche Immobilien Fonds AG. „Da hier ein attraktives Renditeniveau besteht, werden wir mittelfristig in Deutschland Logistikimmobilien beimischen. Der Fokus wird auf drittverwendungsfähigen Logistikanlagen liegen“, blickt Sprecher Fabian Hellbusch in die Zukunft. Bisher hat die Gesellschaft der Genossenschaftsbanken die geringe Markttransparenz auf dem Logistik-Sektor gestört. „Drittverwendungsfähigkeit“ bedeutet, dass die Immobilie leicht für die Bedürfnisse neuer Mieter um- oder nachgerüstet werden kann und somit eine Vielzahl von Mietern in Frage kommt. Das Gegenteil sind beispielsweise Hochregallageranlagen, die meist für den ersten Mieter zugeschnitten werden und Kühlhäuser, für die es sehr viel weniger potenzielle Mieter gibt.

Trotz der Renditevorteile hält sich die Commerz Grundbesitz-Investmentgesellschaft mbH (CGI) auf dem Markt für Lagerhäuser und Verteilzentren eher zurück. CGI- Sprecher Dietmar Müller meint: „Der Logistikmarkt ist interessanter geworden, doch für die großen Publikumsfonds noch viel zu klein.“ Deswegen spielen Logistikgebäude beim Haus-Invest, dem Fonds mit dem größten Vermögen, noch keine große Rolle.

Und Thomas Beyerle, Analyst der zur Allianz-Dresdner-Gruppe gehörenden Degi Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds mbH, glaubt: „Der Anteil von Logistikprodukten für und in offene Fonds wird in den nächsten Jahren tendenziell wieder fallen, nachdem seit Mitte der 90er-Jahre ein gewisser Hype einsetzte.“ Doch noch macht der Anteil des Lager- und Logistik-Segments 3,7 Prozent des Grundwert- Fonds aus. Beyerle sieht Logistikimmobilien eher als Objekte von Spezialfonds – wegen des „ausgesprochen hohen Chance-Risiko-Profils und tendenziell kurzläufigen Mietverträgen“.

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