Anlagestil
Fondsmanager mögen griechische Aktien

Für viele, auf einen bestimmten Anlagestil fokussierte Eurolandfonds hat sich in den vergangenen Monaten einiges geändert: Gehörten auf Dividendentitel setzende Produkte noch Anfang dieses Jahres zu den Top-Performern, sind viele davon mittlerweile ans untere Tabellenende gerutscht - im Gegensatz zu den auf Wachstumswerten ausgerichteten Fonds.

HAMBURG. So belegt der börsennotierte Indexfonds I-Shares DJ Euro Stoxx Growth mit einem Zwölf-Monats-Plus von 21,19 Prozent Rang fünf von 103 Fonds der Kategorie "Aktien Euroland" (Tabelle).

Noch etwas besser schnitt der von Ralf Walter betreute Nürnberger Cominvest ab, der ein Plus von 21,40 Prozent verbuchte. "Wir waren in Deutschland mit 60 Prozent sehr hoch gewichtet, was sich angesichts der starken Entwicklung des Dax ausgezahlt hat", kommentiert Walter das gute Ergebnis.

Die hohe Gewichtung des Fonds resultiert jedoch nicht allein aus der positiven Einschätzung des Cominvest-Managers zum deutschen Aktienmarkt. "Derzeit sehen die Anlagerichtlinien noch vor, dass maximal 40 Prozent des Portfolios in Euroland-Titel außerhalb Deutschlands investiert werden", sagt Walter, der auch den deutschen Nebenwertefonds Adiselekt betreut. Mit dieser nicht ganz klaren Ausrichtung des Fonds soll demnächst jedoch Schluss sein. "Ab Frühjahr 2008 wird die Höchstgrenze für den Euroland-Anteil aufgehoben, als Vergleichsindex dient dann ausschließlich der Eurostoxx", sagt Walter. An Indizes orientiert sich der Fondsmanager allerdings ohnehin nur grob. Walter: "Derzeit haben im Eurostoxx 50 überhaupt nicht vertretene Aktien aus Griechenland beispielsweise einen Anteil von zwölf Prozent."

Mit rund neun Prozent ebenfalls hoch gewichtet sind griechische Aktien auch im Portfolio des Spitzenreiters HSBC Trinkaus Laplace Euroland Equity Inka. Anders als beim Cominvest-Fonds resultiert diese Gewichtung jedoch allein aus einem mathematischen Ansatz, der dem Fonds bereits in den vergangenen Monaten sehr gute Ergebnisse bescherte. Wie Walter setzen auch André Werner und Christoph Singer von der Münchner Beratungsgesellschaft Laplace Finanzconsulting nicht auf einen bestimmten Anlagestil.

Sowohl beim Nürnberger Cominvest als auch beim Inka-Fonds tendieren die Manager derzeit jedoch wieder verstärkt zu Dividendentiteln, denen sie nach der jüngsten Schwächephase wieder bessere Aussichten bescheinigen. "Der Markt agiert derzeit eher trendlos, was diese Aktien attraktiver macht", sagt etwa Werner, der darum auch wieder Titel wie die Deutsche Telekom im Visier hat.

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