Anlagestrategie
Comeback der Immofonds

Monatelang bestimmten Missmanagement und Skandale das Bild der offenen Immobilienfonds. Inzwischen sind einige der Produkte wieder attraktiv.

DÜSSELDORF. Erst rappelte es bei Sparkassenableger Deka, weil nach Ansicht von Wirtschaftsprüfern Immobilien mit unrealistisch hohen Preisen in den Büchern der offenen Immobilienfonds standen. Dann schloss die Deutsche Bank kurzerhand für zwei Monate ihren Grundbesitz-Invest und fror das Geld der Anleger ein. Die angeblich notwendige Neubewertung der Immobilien erwies sich im Nachhinein als völlig überzogen. Mit KanAm ging das Desaster weiter: Anleger flüchteten aus den erfolgreichen Fonds, nachdem eine Ratingagentur zum Verkauf geraten hatte.

Danach hatten Privatanleger endgültig die Nase voll: Insgesamt zogen sie binnen sechs Monaten aus den 28 deutschen offenen Immobilienfonds 8,2 Milliarden Euro ab, 74 Milliarden blieben noch im Topf. Doch der Wind hat sich gedreht, und dafür können sich die Fondsstrategen vor allem bei der Börsen-Malaise der letzten Wochen bedanken. Allein im Juni zahlten Anleger unterm Strich 220 Millionen mehr ein als andere abzogen.

Die Immofonds erscheinen plötzlich wieder als sicherer Hafen - und in manchen Fällen zu Recht. Als vertrauensbildende Maßnahme offeriert die Branche jetzt auch die Transparenz, die Kritiker seit Jahren fordern. In den Jahresberichten veröffentlichen alle Fondsgesellschaften zum Beispiel den Verkehrswert jeder Immobilie; Anleger sehen, wo ihr Erspartes bleibt: So steht das 68 000 Quadratmeter große Frankfurter Büro- und Ladenzentrum "Die Welle" mit 536 Millionen Euro in den Büchern des Fonds Difa Nr. 1.

Den 46 600 Quadratmeter großen Eurotower, Sitz der Europäischen Zentralbank und Teil des Degi Grundwert-Fonds, taxieren Gutachter auf 491 Millionen. "Die jährlichen Bewertungen durch mindestens drei voneinander und von den Fonds unabhängige Sachverständige sind der beste Garant für den Anlegerschutz", verteidigt der Münsteraner Immobiliensachverständige Ralf Engel seine Zunft, die sich gegen den Vorwurf des Gemauschels wehrt.

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