Anlagestrategie
„Der Sparstrumpf ist keine Lösung“

Der Schock sitzt tief. Nach dem Börsenabsturz sind viele Investoren noch nicht an die Börse zurückgekehrt. Im Interview erklärt Achim Küssner, Deutschlandchef der Fondsgesellschaft Schroders, warum das falsch ist.
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Herr Küssner, wie waren die vergangenen Monate?

Das waren die schwierigsten Wochen und Monate seit sehr langer Zeit – und zwar für unsere privaten wie für unsere institutionellen Kunden, aber auch für uns als Vermögensverwalter. Alle sind verschreckt.

Und jetzt?

Viele Kunden verharren in Starre. In den Depots hat der Absturz natürlich Spuren hinterlassen, viele Risikobudgets sind aufgebaut. Gerade Institutionellen sind oft die Hände gebunden, weil sie strenge Vorgaben haben. Sie  mussten teilweise in fallende Märkte hinein verkaufen und halten nun hohe Cash-Bestände. Viele werden dieses Jahr wohl auch nicht wieder einsteigen. Das ist natürlich eigentlich Irrsinn, denn man sollte grundsätzlich kaufen, wenn es billig ist.

Dann steigen Sie persönlich also schon wieder ein?

Nein, wir halten uns ebenfalls noch zurück. Zu viele politische Themen sind ungelöst. Kriegen wir die Schuldenkrise in den Griff? Was wird aus dem Euro? Wenn wir allerdings einsteigen, dann bevorzugt in amerikanische Aktien…

…aber auch die USA kriegen ihre Schulden nicht in den Griff.

Das stimmt natürlich. Doch wenn man sich die Unternehmen genauer anschaut, dann sind die sehr robust. Die USA werden als erste wieder aus der Krise herauskommen, auch wenn die Konjunkturdaten derzeit durchwachsen sind.

Die aufstrebenden Schwellenländer haben einen viel geringeren Verschuldungsgrad, wären sie nicht das bessere Investment?

Die Emerging Markets sind interessant, keine Frage. Aber auch ihre Börsen sind keine Einbahnstraße. Die Schwellenländer sind zwar eine treibende Kraft der Weltwirtschaft, aber auch dort ist das Rückschlagpotenzial groß. Langfristig werden wir hier zwar einen Boom sehen, aber kurzfristig können viele dunkele Wolken aufziehen.

Kommentare zu " Anlagestrategie: „Der Sparstrumpf ist keine Lösung“"

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  • Stimmt, ein Goldkrümelchen, das vor 5000 Jahren etwa einen Gegenwert eines heutigen Euros hatte, ist heute noch immer etwa einen Euro Wert. Hätte man das Gold im Wert eines Euros damals dagegen produktiv investiert, sagen wir zu einem halben Prozent pro Jahr, wäre es heute etwas mehr als ein Euro, nämlich etwa 68 Milliarden Euro.

    Großväter sind auch ein tolles Thema. Meiner ist 85 und hat sich mit 26 ein Häuschen gebaut. Der Goldpreis hat sich seitdem versiebzehnfacht, der Preis seines Häuschens hat sich verhundertfacht und der Preis seiner Siemens-Aktien hat sich verdreihundertfacht. Gold ist schon toll.

    Naive Menschen sehen eben nur den Preisanstieg von Gold der letzten zehn Jahre und ignorieren die 90 Jahre davor. Vielleicht dauert es noch ein wenig, bis die Blase platzt, aber letztlich werden diese Menschen erhalten, was sie verdienen. Man darf durchaus den Notenbanken in den USA und GB misstrauen, zunehmend leider auch der EZB, und darum seine Anlagen auf Sachwerte diversifizieren. Sich von Bauernfängern für einen Edelmetallhype gewinnen zu lassen und mitten die Blase in den Hype zu investieren, ist dagegen weniger geistreich.

    Aber es ist wie so oft im leben: Skrupellose Menschen betrügen dumme Menschen, und letztere bemerken es nicht einmal, wenn man sie mit der Nase darauf stößt.

  • Unsinn, Gold hat einen inneren Wert, immer gehabt seit 5000 Jahren, wurde nie wertlos. Papiere verloren immer den Wert, habe noch Papiergeld und Aktien vom Grossvater, alles wertlos.
    Nur die Goldmark, die sind heute noch gefragt!

  • Früher dachte ich: Lächerliche Clowns bekommen keinen Job.

    Heute sehe ich: Lächerliche Clowns werden Chef von Fondsgesellschaften.

    Bleibt nur Frage: Warum sind immer noch so viele Anleger bereit, solche Clowns zu finanzieren?

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