Anlagestrategie
Fondsmanager sehen in Japan noch Potenzial

Kein Wort mehr über Livedoor - der japanische Aktienmarkt hat den im Januar aufgedeckten Skandal um die gefälschten Bilanzen der Internetfirma und den anschließenden Zusammenbruch des Tokioter Börsensystems offenbar gut verkraftet. Zwar hat sich im Zuge der allgemeinen Börsenschwäche auch der japanische Aktienindex Nikkei-225 um gut zehn Prozent von seinem Zwischenhoch im April bei rund 17 560 Punkten entfernt. Doch damit schneidet Tokio nicht schlechter ab als die Börsen der anderen Industrieländer.

HAMBURG. Mit einem Nikkei-Stand von über 17 500 Punkten wurde das von Yoshito Tsubota im vergangenen Jahr formulierte Kursziel mittlerweile erreicht. Doch der Manager des im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 131 Japan-Fonds führenden Callander Japan New Growth Fund (siehe Tabelle) legt nach: Bis zu 22 000 Punkte traut er dem Nikkei in den kommenden zwölf Monaten zu. Setzte Tsubota im vergangenen Jahr noch auf die wirtschaftliche Erholung Japans, erwartet er Impulse nun hauptsächlich durch Strukturveränderungen in den Unternehmen und im Staat. "Dies wird das begonnene Wirtschaftswachstum in Japan weiter verstetigen, wovon vor allem wachstumsstarke Unternehmen profitieren dürften", sagt der Fondsverwalter.

Zu einer ähnlichen Erkenntnis ist auch Mark Mobius von Franklin Templeton gekommen. "Aktienbewertungen haben in Japan nicht die gleiche Bedeutung für die Marktteilnehmer wie in anderen Aktienmärkten", sagt der Manager des Templeton Japan Fund. Lange Zeit habe er zu sehr an nach seinen Bewertungsmaßstäben günstigen Nebenwerten festgehalten. Das Resultat: Mit einem Plus von nur 28,97 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten sieht Mobius in seiner Vergleichsgruppe verhältnismäßig schlecht aus. Inzwischen hat er den Anteil an Standardwerten kräftig aufgestockt.

Auch Mobius hält das Kurspotenzial an der Tokioter Börse für noch nicht ausgereizt. "Wir sehen gerade eine echte fundamentale Verbesserung der Konjunktur, die unter anderem vom starken Wachstum der chinesischen Wirtschaft profitiert", sagt er. Sehr positiv sei es, dass die Firmen endlich wieder Dividenden zahlten und sich stärker um ihre Aktionäre kümmerten.

"Selbst wenn man diesen Trend nutzen wollte, spricht nicht viel dafür, das über den Templeton Japan zu tun", urteilt Matthias Reinhardt, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Reinhardt & Foldenhauer. Er hält Indexfonds oder das Callander-Produkt für besser geeignet. "Das Management des Callander-Fonds hat Erfahrungen vor Ort und kann somit besser abseits der allgemeinen Meinung nach Chancen suchen", sagt Reinhardt. Die aggressivere Investitionsweise erhöhe aber auch das Risiko im Vergleich zum Franklin-Templeton-Fonds. type="person" value="? Templeton, Franklin" />

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