Anlagestrategie: Mischfonds-Manager meiden Zinspapiere

Anlagestrategie
Mischfonds-Manager meiden Zinspapiere

Obwohl sie bis zu 100 Prozent in festverzinsliche Wertpapiere investieren könnten, halten sich die beiden Mischfonds-Manager Ekkehart Schwartzkopff und Harald Schmidt derzeit von den Rentenmärkten fern. Nach ihrer Prognose wird sich die schlechte Entwicklung des vergangenen Jahres fortsetzen. Sie setzen auf den Aktienmarkt und flexible Barreserven.

HAMBURG. "Die schlechte Entwicklung des vergangenen Jahres wird sich fortsetzen", ist Schwartzkopff, Berater des Star Portfolio-UI-Fonds von Universal, überzeugt. Schmidt stimmt dem weitgehend zu: "Auch wenn Anleihebesitzer 2007 vermutlich kein Geld verlieren, so werden die Erträge doch sehr bescheiden ausfallen", sagt der Manager des Plutos International von Cominvest.

Die Konzentration auf die chancenreicheren Aktienmärkte und ein konsequentes Liquiditätsmanagement haben dazu beigetragen, dass Schwartzkopff und Schmidt 2006 in der Kategorie "Mischfonds Flexibel" vor allen anderen 275 Mitbewerbern ins Ziel kamen (s. Tabelle). "Wir haben den Aktienanteil im Frühjahr auf Grund charttechnischer Signale rechtzeitig gesenkt, sind aber auch zügig wieder eingestiegen", erläutert Schmidt.

Als performancesteigernd erwies sich darüber hinaus, dass er und seine Plutos-Mitstreiter Thomas Käsdorf und Michael Knupfer heimische Titel zeitweise mit einem Anteil von über 80 Prozent berücksichtigt haben. "Das Angebot an börsenotierten deutschen Unternehmen mit einem interessanten Geschäftsfeld steigt seit Jahren, und die meisten davon sind inzwischen global aufgestellt", sagt Schmidt.

Zu den größten Positionen des Plutos International gehören derzeit United Internet, Bilfinger und die Dax-Titel Volkswagen, Deutsche Telekom und Thyssen Krupp. - Dem Dax30 traut Schmidt durchaus zu, bis zum Jahresende die Marke von 7 400 Punkten zu nehmen. Auf der Branchenebene hält er 2007 vor allem Technologietitel für interessant. "Viele Firmen haben Investitionen getätigt, die sich jetzt auszuzahlen beginnen", lautet sein Argument.

Spitzenreiter Schwartzkopff ist zwar aktuell ebenfalls zu fast 95 Prozent in Aktien investiert, kommt dabei aber völlig ohne deutsche Titel aus. Eine große Vorliebe zeigt der Universal-Berater dagegen für Unternehmen aus Österreich, Ungarn und Tschechien - "Neu-Habsburg", wie er es nennt. "Dort leben längst verloren geglaubte K.u.k.-Kontakte wieder auf, und das ist gut fürs Geschäft", sagt Schwartzkopff. Insgesamt hat er dort 60 Prozent seines Portfolios investiert, der Rest verteilt sich auf Aktien aus Irland, Polen, den, den Niederlanden und Indien.

Ähnlich wie Schmidt hält auch Schwartzkopff den aktuellen Aufwärtstrend an den Aktienmärkten für weiter intakt, unter Schwankungen soll es sogar noch bis Anfang 2010 nach oben gehen. Erst danach sind Renten für ihn "eindeutig die bessere Wahl".

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